Zum Inhalt springen

Hochschulen

77,3 Prozent bleiben

Von

Artikel teilen

Wohin gehen Absolvent:innen nach der Uni? In die Stadt! Vor allem nach Hamburg und Berlin. In Hamburg leben beispielsweise mehr als doppelt so viele fertig ausgebildete Studierende, als die Stadt selbst ausgebildet hat. Viele studieren also in einem anderen Bundesland und finden dann in den beiden größten deutschen Städten Arbeit.

Die stärkste Abwanderung an Absolvent:innen gibt es insgesamt in den neuen Bundesländern. In Sachsen-Anhalt und Thüringen wandern sogar über die Hälfte der Studierenden nach dem Studium in ein anderes Bundesland. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern trifft es im Vergleich der ostdeutschen Länder deutlich weniger hart.

Das Problem: Damit fließt nicht nur Fachwissen, sondern auch viel Geld aus den Ländern, die Menschen ausbilden, aber danach nicht halten können. MV verliert dadurch beispielsweise 70 Millionen Euro pro Jahr, die das Land in die Hochschulbildung dieser abwandernden Menschen gesteckt hat. In Thüringen sind es 345 Millionen Euro und NRW verliert am meisten Geld – 676 Millionen Euro.

Berlin und Hamburg gewinnen durch diese Wanderung jeweils etwa eine Milliarde Euro jährlich durch Absolventen, deren Ausbildung andere Länder finanziert haben.

Mecklenburg-Vorpommern hatte schon mal etwas günstigere Wanderungswerte. Bei der letzten Messung 2018 betrug der Saldo noch 80,7 Prozent.

Hinweis
Die Überschrift ist ungenau. Bei einem Saldo werden Abwanderung und Zuwanderung miteinander verrechnet. Es müsste also heißen: Nach der Verrechnung von Zuwanderung und Abwanderung leben in MV noch 77,3 Prozent der von einer Uni ausgebildeten Menschen, wenn man alle Studierendenzahlen auf 100 Prozent setzt.

Quelle
Menke, Julia: Wo es Studierende nach dem Abschluss hinzieht, auf: jobvalley.com (27.1.2022).


MV braucht mehr als nur eine Zeitung pro Region. Holt euch ein KATAPULT-MV-Abo!

Schon 5.261 Abonnent:innen

186,0 %

🎉 Ziel I:

19.000 Euro

Ziel II: 57.000 Euro

(11.400 Original-Abos)

Autor:innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete 2021 KATAPULT MV.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)
Fredrich rastet aus

Neueste Artikel

KATAPULT-Gründer Benjamin Fredrich tritt zurück

Mein Verhalten innerhalb des Ukraine-Projekts wird hart kritisiert. Einiges ist gerechtfertigt, einiges nicht. Ich ziehe daraus die Konsequenzen und trete als KATAPULT-Geschäftsführer und -Chefredakteur zurück. Um das zu verwirklichen, was ich angekündigt habe.

Neue Flächen zwingen Forschung und Wirtschaft zur Zusammenarbeit

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat seinen Flächenentwicklungsplan für den Offshore-Ausbau in Nord- und Ostsee präsentiert. Darunter fallen auch Gebiete, die bislang der Forschung vorbehalten sind.

Spielfilm aus MV erhält renommierten Filmpreis

Der Rostocker Max Gleschinski ist 29 Jahre alt und begeistert sich schon seit seiner frühen Jugend für Filme. Nach einigen Kurzfilmen haben er und sein Team 2018 mit kleinstem Budget ihren ersten Spielfilm fertiggestellt. Auch sein zweiter Langfilm „Alaska“ entstand abseits der großen Medienstädte in der Mecklenburgischen Seenplatte. Jetzt wurde das Roadmovie auf einem der wichtigsten deutschen Filmfestivals mit dem Max-Ophüls-Preis als bester Spielfilm ausgezeichnet. KATAPULT MV sprach mit dem Regisseur über die Bedeutung des Preises für MVs Film- und Medienbranche.