Zum Inhalt springen

Trainerwechsel bei Hansa Rostock

Patrick Glöckner soll Mannschaft entwickeln

Von und

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Artikel teilen

Die Trennung von Jens Härtel und seinem Assistenten Ronny Thielemann kam überraschend. Beide standen gemeinsam knapp vier Jahre für Hansa Rostock an der Seitenlinie. Mit ihnen gelang eine langfristige Zusammenarbeit, in der die Mannschaft selten schön, aber oft erfolgreich spielte.

Mit Härtel erfüllte sich der langersehnte Wunsch nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, der mit einem überzeugenden Klassenerhalt gekrönt wurde. Auch jetzt steht Hansa nach Punkten ohne großen Druck da. Doch die Tabellensituation war für die Entlassung des Trainers nicht entscheidend.

Offenbar vermisste man im Verein die Weiterentwicklung von Spielern und Mannschaft. Kampf und Leidenschaft waren unter Härtel immer vorhanden, spielerische Klasse dagegen selten zu sehen. Dennoch: Der Abschied von Härtel und Co-Trainer Thielemann kommt unvermittelt. Härtel holte in den letzten zehn Jahren den zweitbesten Punkteschnitt aller Hansa-Trainer, die in diesem Zeitraum für mehr als zwei Spiele verantwortlich waren. Seine Amtszeit war die längste seit Werner Voigt, der Hansa Rostock noch in der DDR-Oberliga trainierte.

Bilanzen der Trainer

Nun ist Patrick Glöckner neuer Übungsleiter des FC Hansa. Bis zum Sommer wirkte er an der Seitenlinie von Waldhof Mannheim in der Dritten Liga und verbuchte dort den viertbesten Punkteschnitt der Mannheimer in den vergangenen zehn Jahren. Glöckner bringt seinen Assistenten Nicolas Masetzky an die Ostseeküste mit.

„Wir haben mit Patrick Glöckner und Nicolas Masetzky Trainer und Co-Trainer verpflichtet, die uns in der Zukunft helfen werden, sportlich erfolgreich zu bleiben“, erklärt Sportvorstand Martin Pieckenhagen. Das vergangene Wochenende sei für ihn emotional gewesen. Mit Blick auf Härtel und Thielemann sagt er: „Wir haben vier Jahre gut zusammengearbeitet. Die Trennung war professionell und absolut fair.“

Glöckner, vorerst mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet, freut sich indessen über das Vertrauen seitens des Vereins. Er soll in den letzten beiden Spielen vor der langen Winterpause die Mannschaft kennenlernen und sie dann bestmöglich auf die Rückrunde vorbereiten. Der 45-Jährige gilt als engagierter Trainer, der Spieler entwickeln kann. Das soll er nun bei Hansa Rostock erneut unter Beweis stellen.

„Ich schätze den Verein, weil er eine extrem große Tradition hat“, lässt der neue Trainer wissen. „Für mich war klar, dass ich nach der Drittligasaison, die sehr gut gelaufen ist (Platz fünf mit Waldhof Mannheim, Anm. d. Red.), den nächsten Schritt machen möchte.“

Zitat Patrick Glöckner

MV braucht mehr als nur eine Zeitung pro Region. Holt euch ein KATAPULT-MV-Abo!

Autor:innen

Geboren in Vorpommern, aufgewachsen in Mecklenburg. Einziger KATAPULT-Redakteur mit Traktorführerschein UND Fischereierlaubnis. Layouter und Chefredakteur.

ist KATAPULT MVs Inselprofi und nicht nur deshalb gern am Wasser. Nutzt in seinen Texten generisches Femininum.

Neueste Artikel

18.04.2024

Mission Dokumentation

Der Fotograf Martin Maleschka zieht seit zwanzig Jahren durch die ostdeutschen Bundesländer auf der Suche nach Baukunstwerken aus der DDR-Zeit. Er dokumentiert mit seiner Kamera, was noch erhalten wird, macht Fotos, wo einst Kunst war und heute nichts mehr geblieben ist. Auf einer gemeinsamen Spurensuche in Grimmen wird deutlich, was Maleschka antreibt – das kontinuierliche Verschwinden eines Teils seiner Heimat.

17.04.2024

Demokratie beschützen heißt Kultur beschützen

MVs Kulturlandschaft steht einer unmittelbaren Bedrohung gegenüber, wenn antidemokratische Positionen in der Kommunalwahl an Einfluss gewinnen. In Greifswald wurde erst kürzlich gegen mehrere Kultureinrichtungen von antidemokratischen Gruppierungen gehetzt. Diese seien „versiffte Buden“, „Brutstätten linker Subkulturen“ oder „kommunistische Kaderschmieden“. Warum schweigen so viele Kunst- und Kulturschaffende im Land?

17.04.2024

„Einen Blindflug können wir uns nicht leisten“

Elisabeth Mann Borgese und Maria S. Merian sind von Rostock aus auf den Weltmeeren unterwegs. Dabei sind nicht die Wissenschaftlerinnen persönlich auf hoher See, sondern zwei Forschungsschiffe, die nach ihnen benannt sind. Außerdem schippert die „Deneb“ von der Hansestadt aus über die Ostsee. Mecklenburg-Vorpommern ist mit Forschungsschiffen vielfältig aufgestellt. Forschende aus ganz Deutschland unternehmen auf ihnen Fahrten in die entlegensten Winkel der Ozeane. Die Planung der Missionen dauert oft mehrere Jahre.