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Partnerschaft für Demokratie

Schweriner Initiative sucht förderfähige Projekte

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Lesedauer: ca. 3 Minuten

Karte von MV, in die Kreise, Städte und Ämter eingetragen sind, die 2022 vom Bundesprogramm “Partnerschaften für Demokratie” gefördert wurden: Städte Boizenburg und Lübtheen, Stadt Neubrandenburg, Landkreis Rostock, Ämter Krakow am See und Mecklenburgische Schweiz, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Stadt Anklam und Amt Anklam-Land, Amt Niepars, Ämter Löcknitz-Penkun, Torgelow-Ferdinandshof, Am Stettiner Haff, Städte Ueckermünde und Strasburg (Uckermark), Stadt Rostock, Amt Usedom-Süd, Stadt Wismar, Landkreis Nordwestmecklenburg, Stadt Neustrelitz, Stadt Greifswald, Stadt Marlow und Amt Recknitz-Trebeltal, Stadt Wolgast und Amt Am Peenestrom, Landkreis Ludwigslust-Parchim, Stadt Pasewalk und Amt Uecker-Randow Tal, Stadt Waren, Stadt Schwerin, Stadt Demmin

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Die Schweriner Initiative Partnerschaft für Demokratie setzt sich auch in diesem Jahr mit Veranstaltungen und Aktionen für einen respektvollen Umgang miteinander ein. Zentrales Anliegen der Initiative ist es, die Teilhabe an demokratischen Entscheidungen und die Mitmachdemokratie zu fördern.

Projekte, die die Demokratie stärken, die Vielfalt fördern und sich gegen Rassismus starkmachen, werden finanziell vom Bundesprogramm Demokratie leben! gefördert. Es unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland dabei, auf lokaler Ebene Demokratie und Vielfalt zu fördern. Die Verantwortlichen in diesen sogenannten Partnerschaften für Demokratie kommen aus Kommunalpolitik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Träger ebenso wie Einzelpersonen. Im Aktionsfonds für Schwerin gibt es für dieses Jahr 70.000 Euro. Für junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren steht ein Extratopf von 15.000 Euro bereit. Hier können auch Einzelpersonen Anträge bis 500 Euro stellen. Dies ist noch bis zum 3. Februar möglich.

Drei Themen im Mittelpunkt

Besonders fördern will die Initiative drei Themen:

Unter dem Motto „Schwerin diary“, zu Deutsch: Schweriner Tagebuch, sollen Feiern, Gedenkveranstaltungen und Diskussionsformate zu einer die Demokratie stärkenden Gedenk- und Festtagskultur beitragen.

Bei „Schwerin voices“, also Stimmen Schwerins, soll marginalisierten, in der Öffentlichkeit wenig sichtbaren Schweriner:innen Stimme und Gesicht gegeben werden. Das, was Jugendliche, Frauen und migrantische Gruppen denken, machen und sagen, soll öffentlich hör- und sichtbarer gemacht werden.

Und bei „Schwerin united“, Schwerin vereint, gilt es der gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken. Die Projekte sollen Ängste nehmen und Verschwörungserzählungen begegnen.

Im vergangenen Jahr wurden Initiativen wie der Afrikatag im Schleswig-Holstein-Haus, die Weststadtkonferenz Hand in Hand oder das Umsonst & Draußen Festival im Kunst-Wasserwerk gefördert.

Katrina Schmitz von der Koordinierungsstelle Partnerschaft für Demokratie in Schwerin.

Bezüglich der Projektanträge in Schwerin ist Katrina Schmitz optimistisch: „Wir haben eine gute Nachfrage und rechnen mit vielen ideenreichen Anträgen“, so die Leiterin der Koordinierungsstelle für die Demokratieinitiative.

Initiativen im ländlichen Raum gesucht

Anders sieht es in der Fläche aus. Schmitz verweist auf die zu erwartenden Unterschiede zwischen Anträgen in den größeren Städten und in ländlichen Gemeinden. Erfahrungsgemäß seien in kleineren Kommunen weniger Vereine und Einzelpersonen zur Unterstützung der Kampagnenziele aktiv. Deshalb gelte es insbesondere im ländlichen Raum, sich verstärkt um das notwendige bürgerliche Engagement zur Teilhabe an demokratischen Entscheidungen zu bemühen, so die Koordinatorin.

Doch die Zahl von Projektanträgen und bereits abgeschlossenen Projekten lasse keinen Rückschluss auf deren Erfolg zu, entgegnet René Lenz, Koordinator der Demokratieinitiative in Anklam und Usedom. Auch sage die Zahl der Anträge nichts darüber aus, wie viele Menschen sich an den Aktionen beteiligen. Die Projektmittel sind in der Praxis vielfältig verwendbar. So wurde beispielsweise eine Toolbox gegen rassistische Denkmuster entwickelt, es wurden Selbstverteidigungskurse für junge Frauen, trans, intersexuelle und nichtbinäre Menschen angeboten und auch Kurse zur Bewältigung von Konflikten mit der Kommunalverwaltung. Das mache das Programm flexibel und bei unterschiedlichen Aktionen für mehr Demokratie hilfreich.

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