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Volleyball

Stralsunder Wildcats schreiben Vereinsgeschichte

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Die Hinrunde der aktuellen Saison 2022/23 in der zweiten Volleyballbundesliga ist geschafft. Alle Spiele sind gespielt und die Wildcats aus Stralsund haben eine (fast) perfekte Serie hingelegt. Mit nur einer Niederlage gegen den Tabellenführer Skurios Volleys Borken stehen sie mit einem Drei-Punkte-Rückstand auf Rang zwei der Tabelle. Und auch im letzten Heimspiel haben sie noch einmal unter Beweis gestellt, dass sie nicht ohne Grund dort stehen. 

Wildcats-Trainer Robert Hinz hatte vor dem Spiel gegen Leverkusen das klare Ziel formuliert, seine persönliche Negativserie gegen die Gästemannschaft zu durchbrechen. Sein Tipp, wie auch schon bei allen anderen Spielen in dieser Saison, lautete 3:1. Dass sein Team in der Lage ist, diesen Wunsch zu erfüllen, haben sie in den vergangenen Partien bereits bewiesen: sieben Spiele haben die Wildcats ohne Satzverlust gewonnen, dazu jeweils zwei Spiele mit 3:1 und 3:2 für sich entschieden und nur eins verloren.

Beide Mannschaften bewiesen Kampfgeist und zeigten, dass sie nicht ohne Grund auf Platz zwei und vier der aktuellen zweiten Volleyballbundesliga stehen.

Das Spiel begann druckvoll. Kathleen Weiß erzielte mit ersten Aufschlägen direkt zwei Asse und ließ so den aktuellen Lieblingssong der Stralsunderinnen erklingen: „Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse“. Nachdem dieser Zug in der Vorwoche einen kurzen Zwischenstopp einlegen musste – die Wildcats verloren ihre Auswärtspartie in Borken –, kam er nun wieder ins Rollen. Leverkusen war allerdings nicht angereist, um die Punkte kampflos zu überlassen. Mit Zuspielerin Svenja Enning war zudem ein bekanntes Gesicht zu Besuch in der Diesterweghalle. Sie kennt einige Wildcats noch sehr gut aus der letzten Spielzeit, in der sie selbst aktiv am Sund war. 

Bis zum 10:10 war das Spiel ausgeglichen. Danach konnten sich die Wildcats dann aber mit starker Blockabwehr und weiterhin druckvollen Aufschlägen einen komfortablen Vorsprung erspielen. Mit 16:11 ging es in die zweite Technische Auszeit. Gäste-Trainer Dirk Sauermann forderte mehr Mut seines Teams. Er wollte diesen Satz nicht einfach abschenken und wechselte auf zwei Positionen. Den Fünf-Punkte-Vorsprung ließen sich die Wildcats jedoch nicht mehr nehmen. Anne Krohn ballerte den Matchball nach Zuspiel von Kathleen Weiß direkt auf den Hallenboden. Keine Chance für Leverkusens Lena Overländer. Trainer Hinz konnte zufrieden sein mit der Leistung seiner Mädels. 

Durchgehend starke Blockabwehr der Stralsunderinnen.

In den Sätzen zwei und drei sahen die 370 Zuschauenden einen ganz ähnlichen Spielverlauf: Leverkusen und Stralsund bis zur Mitte ungefähr gleichauf, doch dann ein Bruch im Spiel der Gäste. Die Wildcats nutzten diese Schwächephase und zogen wieder auf vier bis fünf Punkte davon. Am Ende war es ein Spiel auf hohem Niveau, in dem der kleinste Fehler direkt bestraft wurde. Viele lange Ballwechsel, stabile Angriffe und spektakuläre Killblocks auf beiden Seiten dominierten das Match zwischen den zweitplatzierten Wildcats und den viertplatzierten Bayervolleys. 

Zeitweise führten auch die Bayervolleys.

Auf Seiten der Gäste wurde Libera Julia Hartmann zur wertvollsten Spielerin gewählt. Bei den Wildcats konnte sich Zuspielerin Kathleen Weiß die Goldmedaille sichern. Nur drei Mal konnten die Stralsunderinnen das Duell in bisher 13 direkten Vergleichen für sich entscheiden. Mit dem Erfolg am vergangenen Sonnabend wurde nicht nur Hinz‘ Wunsch erfüllt, sondern bereits der 99. Heimsieg in der Zweitligahistorie der Stralsunderinnen gefeiert. Somit könnte es im neuen Jahr (am 14. Januar, 18 Uhr, gegen den VfL Oythe) ein weiteres Highlight geben. 

Doch am Ende setzten sich die Wildcats durch.

Stralsund spielte mit: Marlene Knoblauch, Pia Schulte-Döinghaus, Ammely Meis, Swantje Basan, Anna-Lena Vogel, Nikol Mchedlishvili, Sabrina Dommaschke, Anne Krohn ©, Lotte Kühn, Dana Polenz, Madleen Piest, Erin Corbett, Kathleen Weiß (MVP) 

Leverkusen spielte mit: Julia Hartmann (MVP), Sarah Overländer, Clara Wübbeke, Nikola Schmidt, Lena Overländer, Jule Hellmann, Alexa Kaminski, Charlotta Werscheck, Svenja Enning, Laurine Vinkesteijn ©, Rukije Muja, Wiebke Ritter, Finja Schul

(Fotos: André Gschweng)

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