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Drei Sonnenblumen und ein Zitat: "Wer über rechten Terror und menschlichen Wahnsinn recherchiert, kommt an Rostock-Lichtenhagen nicht vorbei." Dan Thy Nguyen, Regisseur des Theaterstücks "Sonnenblumenhaus"

Lichtenhagen 1992

Artikel (15)

Grundgesetzänderung 1993. Wörter, um Grundrecht auf Asyl auszudrücken: 4; Wörter, um Grundrecht auf Asyl einzuschränken: 271.

Lichtenhagens langer Schatten

Nach dem Pogrom von 1992 wurde die Geflüchtetenunterkunft in Nostorf-Horst im Landkreis Ludwigslust-Parchim eingerichtet. Seitdem dient sie als Erstaufnahmelager für Migrant:innen in MV. Verbessert hat sich dort kaum etwas. Ebenso wenig an den Asylgesetzen. Im Gegenteil.
Drei Sonnenblumen und ein Zitat: "Wer über rechten Terror und menschlichen Wahnsinn recherchiert, kommt an Rostock-Lichtenhagen nicht vorbei." Dan Thy Nguyen, Regisseur des Theaterstücks "Sonnenblumenhaus"

Zurück bleiben die Narben

Die Theater- und Hörspielproduktion „Sonnenblumenhaus“ ist bis heute das einzige Kunstprojekt, in dem das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen aus Sicht der vietnamesischen Vertragsarbeiter:innen geschildert wird. Ein Gastbeitrag des Regisseurs und Autors über den Kalten Krieg, die Spaltung der vietnamesischen Community, Kunst und rechte Angriffe.

Der Nordkurier und die journalistische Sorgfaltspflicht

Der Nordkurier. Tageszeitung zwischen Ostmecklenburg und dem nördlichen Brandenburg und in weiten Teilen das einzige Lokalmedium. Da hat man schon Verantwortung. Der kann man sich stellen. Der Nordkurier geht einen anderen Weg.

„Ein Pogrom mit Ansage“

Wolfgang Richter war von 1991 bis 2009 Ausländer- und Integrationsbeauftragter der Stadt Rostock. Beim Pogrom in Lichtenhagen am 24. August 1992 war er zusammen mit Bewohner:innen im Sonnenblumenhaus eingesperrt. Sie mussten sich übers Dach retten, weil Feuerwehr und Polizei nicht halfen oder helfen konnten. Als Zeitzeuge berichtet er seitdem immer wieder über die Geschehnisse und will damit vor allem die Sicht der Betroffenen hervorheben, die bis heute nur wenig zu Wort gekommen sind.
Route der Demonstration am 27. August in Rostock-Lichtenhagen: Flensburger Straße (Auftaktkundgebung) - Möllner Straße (erste Kundgebung) - St.-Petersburger Straße (zweite Kundgebung) - Warnowallee - Ostseeallee (dritte Kundgebung) - Rigaer Straße - St.-Petersburger Straße - Schleswiger Straße - Eutiner Straße - Parchimer Straße - Mecklenburger Allee (Abschlusskundgebung)

Pogrom von 1992: Demonstration in Rostock

Am Samstag findet in Rostock ab 14 Uhr die Demonstration des Bündnisses „Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992“ statt, zu der die Organisator:innen bundesweit aufgerufen haben. Motto: „Damals wie heute: Erinnern heißt Verändern.“ Es wird fünf Kundgebungen geben, im Fokus stehen die Betroffenen des Pogroms vom August 1992.
Karte mit den Gedenkstelen in Rostock sowie dem Mehmet-Turgut-Denkmal

Der schwere Weg des Erinnerns

Am heutigen Donnerstag findet die Gedenkveranstaltung der Stadt statt. Schon wieder eine Großveranstaltung am Sonnenblumenhaus, schon wieder hält der Bundespräsident eine Rede – wie vor zehn Jahren zum 20. Gedenktag des Pogroms in Lichtenhagen. Und diese war laut kritischer Stimmen ein ziemliches Desaster, wie auch einige andere Gedenkaktionen der Stadt. Rostock tut sich schwer mit dem Erinnern. Ein Spaziergang auf dem schweren Weg des Erinnerns.

Kampf ums Bleiberecht

Das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen war der Beginn. Zwei Monate später gab es ein neues Gesicht in der Vereinslandschaft der Hansestadt, gemeinnützig und unabhängig. Der Verein Diên Hông setzte sich zunächst für das Bleiberecht der Vertragsarbeiter:innen in Deutschland ein, das eigentlich nicht vorgesehen war. Und leistet nun Projektarbeit, mit der Wertschätzung und Toleranz untereinander gestärkt werden sollen.

Plötzlich betroffen

Ein Augusttag in Rostock. Sonnenstrahlen und Kinderlachen dringen durch ein geöffnetes Fenster in einen kleinen Konferenzsaal des Vereins „Diên Hông“. Doan Hoang Mai, Duc Duong und Susanne Düskau sitzen um einen Tisch. Der 30. Jahrestag von Lichtenhagen rückt näher. Erinnerung wird wieder einmal vorbereitet, um in den späten Augusttagen symbolisch auf die Bühne der Öffentlichkeit gehievt zu werden. Verschiedene Veranstaltungen sollen dem Publikum ins Gedächtnis rufen, was 1992 geschehen ist. Es wird Redebeiträge geben, der Jahrestag wird vorübergehen und dann? Alles wie vorher?
Simone Burckhardt von „Pro Bleiberecht“ und Dan Thy Nguyen, Theaterregisseur von „Das Sonnenblumenhaus“, bei der Kundgebung vor dem Innenministerium in Schwerin anlässlich des Gedenkens an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992.

Kundgebungstour von Rostock über Schwerin nach Nostorf-Horst

Unter dem Motto: „Dieses wie jedes Jahr: Gedenken heißt verändern! Kontinuitäten von Rassismus und Widerstand“ kamen etwa hundert Menschen am Südufer des Pfaffenteichs zusammen, um über Wege zu mehr gegenseitiger Akzeptanz und weniger Rassismus zu diskutieren.

Veranstaltungen zum Lichtenhagen-Gedenken 2022

Rostock gedenkt des Pogroms von Lichtenhagen. Vor allem in der Innenstadt. Initiativen und Vereine erinnern mit Ausstellungen, Lesungen, Gesprächen und Filmabenden an die Eskalation der Gewalt vor 30 Jahren.

Kundgebungstour von Rostock nach Horst

Mit einer Bustour von Rostock über die Landeshauptstadt bis zur heutigen Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Nostorf-Horst möchte die antirassistische Initiative Pro Bleiberecht auf den 30. Jahrestag der Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen aufmerksam machen, der einstigen Erstaufnahmestelle für Geflüchtete.

Ohr und Stimme der Migrant:innen

Vor 30 Jahren, im Oktober 1992, wurde der erste Migrant:innenrat Meck-Vorps in Rostock gegründet. Damals als Reaktion auf das Pogrom von Lichtenhagen. Gestern wurde der Wahlaufruf für den Migrantenbeirat Greifswald veröffentlicht. Es wird das dritte Gremium seiner Art im Land. 2023 ist die Gründung für den Kreis Vorpommern-Greifswald geplant.

30. Jahrestag der Ermordnung von Dragomir Christinel

Vor 30 Jahren wurde der damals 18-jährige Dragomir Christinel in einer Asylunterkunft bei Ribnitz-Damgarten von 25 bis 40 rassistischen Jugendlichen im Bett erschlagen. Das erste Mal wurde erst vor drei Jahren seines Todes gedacht. Eine Initiative fordert eine Gedenkstätte und eine offizielle, jährliche Gedenkveranstaltung gegen das Vergessen.

Nostorf-Horst: Noch immer ein Zeichen für Rassismus

Mit einer Gedenkwoche im August wurde an die Krawalle in Rostock-Lichtenhagen vor 29 Jahren erinnert. Dort hatten 1992 rechtsextreme Randalierende unter dem Beifall Tausender Zuschauer:innen das Asylbewerberheim und eine benachbarte Unterkunft für vietnamesische Vertragsarbeiter:innen angegriffen. Nach den Vorfällen wurden die Migrant:innen nach Nostorf-Horst gebracht. Das dortige Erstaufnahmelager ist bis heute in Betrieb – weit weg von den Augen der Öffentlichkeit. KATAPULT MV hat mit einer ehemaligen Bewohnerin des Lagers gesprochen.

29. Jahrestag Rostock-Lichtenhagen

Am Sonntag wurde der Opfer des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992 gedacht. Dazu gab es eine Kundgebung und eine Mahnwache am Erstaufnahmelager in Nostorf-Horst.

Aktuelle Themen

OB-Wahl in Rostock: Von 21 Wahlvorschlägen wurden 17 angenommen, 2 zurückgewiesen und 2 auf eigenen Wunsch zurückgezogen. Die Verteilung ist durch verschieden farbige Rathäuser von Rostock symbolisiert.

Wahlen 2022

Themen rund um die insgesamt 18 Bürgermeister:innenwahlen 2022 in Meck-Vorp.

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