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Gerichtsurteil

13.500 Euro Strafe für Caffier

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Eine Strafe von 13.500 Euro wegen einer geschenkten Waffe – das muss Lorenz Caffier laut Gerichtsurteil nun zahlen. Die Summe entspricht 45 Tagessätzen à 300 Euro heißt es vom Güstrower Gericht. Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte Caffier wegen Vorteilsnahme in zwei Fällen angeklagt: Er soll im Januar 2018 eine Pistole im Wert von rund 800 Euro von einem Waffenhändler geschenkt bekommen haben, zudem noch kostenloses Schießtraining und Munition.

Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig, Caffier habe nun zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Von ihm selbst und seinem Rechtsanwalt gab es noch keine Aussage dazu. 

Die Ermittlungen wegen Vorteilsgewährung gegen den Waffenhändler und Betreiber des Schießplatzes waren vor zwei Monaten eingestellt worden – gegen eine Geldauflage von 3.000 Euro. Auf dem Schießplatz trainierten jahrelang Polizist:innen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern. Nach Geheimdienstinformationen soll der Betreiber seit 2017 Kontakte zur rechtsextremen Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ gehabt haben. 

Caffier war nach der Veröffentlichung dieser Schenkungen Ende 2020 als Innenminister zurückgetreten. Im Gerichtsverfahren hatte er 2020 behauptet, die Waffe gekauft zu haben, konnte dies aber bislang nicht nachweisen. Auch soll er nichts von den Verbindungen gewusst haben. Die Waffe hätte er als Jäger erworben.

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Fußnoten

  1.  NDR (Hg.): Angeblicher Waffenkauf: Hat Caffier gelogen?, auf: NDR.de (25.08.2021)

Autor:innen

Redakteurin bei KATAPULT MV.

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