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Filmfest im Rostocker Stadthafen

„Ich habe Hoffnung, dass sich viele dieser Krisen zum Positiven entwickeln“

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Vivian: Hallo Ole Kjartan, dein Kurzfilm Weltsichten in einem Song behandelt viele aktuelle Krisen auf der ganzen Welt. Was willst du damit ausdrücken und woher kam diese Idee?

Ole Kjartan Schreier: In unserer Schule (Anm. d. Red.: in Brodersdorf) gibt es unterschiedliche Themenbereiche, zu denen wir Projekte organisieren müssen. Im März 2021 ging es um das große Thema „Weltanschauung“. Da habe ich mich entschieden, statt einer Powerpoint-Präsentation oder eines normalen Vortrags einen Film zu produzieren. Hierbei ging es mir vor allem darum, zu vermitteln, wie die Corona-Pandemie viele andere globale Probleme aus den Medien verdrängt.

Den gesamten Kurzfilm hast du also komplett alleine produziert. Sowohl die Konzeption als auch Musik, Schnitt und Montage stammen von dir. Wie bist du dieses große Projekt angegangen?

Die Produktion des Films war insgesamt sehr aufwendig. Angefangen habe ich damit, mir aus unterschiedlichen Arten von Samples einen Song zusammenzubauen. Als Grundsamples habe ich da beispielsweise eine Klangschale SM 750 verwendet und Klaviertöne eingespielt. Den eigenständig komponierten Song habe ich Autopilot genannt und man kann ihn auch unabhängig vom Kurzfilm gut anhören.

Im Folgenden hast du dir viele unterschiedliche Nachrichtensendungen und Dokumentationen rausgesucht, um eine Reihe an Videoclips zu erstellen. Wie hast du dabei den Überblick behalten?

Zuerst habe ich ein Dokument angelegt und dort grobe Unterpunkte zu verschiedenen Weltthemen festgehalten. Das ging von Krieg bis Hunger, bis zu Klimawandel, bis zu Aktivismus, bis zu Meinungen. Tatsächlich habe ich mir über tausend Youtube-Videos der Öffentlich-Rechtlichen rausgesucht, wobei im Endeffekt „nur“ 100 im Schnitt gelandet sind. Die Clips habe ich dann zusammen mit meinem Song in ein Template gezogen und so in den Takt geschnitten, dass es für mich erst mal passend klang. Danach habe ich mich noch um das Vocal-Tuning gekümmert und einzelne Sequenzen der Clips so verzerrt, dass sie ebenfalls eine Art Melodie ergeben.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Wie lange hat die Produktion deines Films insgesamt gedauert?

Ja, am Anfang habe ich auch nicht damit gerechnet, dass es so groß wird. Die Schnittarbeit war besonders zeitintensiv und hat mich etwa zehn Stunden gekostet. Recherchiert habe ich sechs bis sieben Stunden. Die Musikproduktion ging dagegen verhältnismäßig schnell. Das lag aber auch daran, dass ich schon eine Melodie mit Klavierklängen im Kopf hatte. Insgesamt würde ich sagen, dass die Filmproduktion um die 24 Stunden gedauert hat.

Und wie ging es dir bei deiner Recherche? War die Konfrontation mit so vielen aktuellen Krisen belastend für dich?

Ich habe eigentlich durchweg zielgerichtet gearbeitet und mich nicht von einer Doku oder einem Video mitreißen lassen. Ich wollte mich zwar nicht thematisch abkapseln, aber trotzdem den Fokus darauf legen, geeignete Videoausschnitte zu finden, um meine Message bestmöglich zu transportieren.

Man merkt, dass du mit viel Leidenschaft an deinem Film gearbeitet hast. Welche Rolle spielt die Filmproduktion in deinem Leben und was für Erfahrungen konntest du in diesem Bereich bisher sammeln?

Vor Weltsichten in einem Song habe ich schon viele andere Filme produziert, auch abseits von Schulprojekten. Seien es Stop-Motion-, Experimental-, Spielfilme oder Dokumentationen. Ich interessiere mich sehr für Kameratechnik und Filmemachen, aber auch für Schnitt, Color Grading und alles im technischen Bereich. Musik- und Videoproduktion sind aber auch genau meins. Ein paar meiner Werke habe ich schon früher eingereicht und konnte zum Beispiel beim Neubrandenburger Medienfest den ersten Platz abräumen. Das ist dann natürlich ein schönes Gefühl und die beste Belohnung.

Zurück zu Weltsichten in einem Song. Der Schlusssatz des Films lautet: „Es wird irgendwie klappen, es klappt immer.“ Spiegelt dieses Zitat auch deine eigene Meinung wider?

Nachdem ich mir den Film im Schnitt mehrfach angeschaut habe, wollte ich den Ausklang schönhalten. Mir ist aufgefallen, wie schwer und langgezogen all diese Clips in der Summe auf das Publikum wirken könnten. Und ja, auch ich habe Hoffnung darauf, dass sich viele dieser Krisen zum Positiven entwickeln. Es war mir wichtig, dieses Gefühl zum Ende hin für mich und die Zuschauenden einzufangen.

Dieses Interview entstand im Rahmen der unabhängigen filmab!-Redaktion zum FiSH-Filmfest im Stadthafen Rostock vom 28. April bis 1. Mai 2022 in Kooperation mit KATAPULT MV. Hier stellen sich die jungen Redakteur:innen vor: Das ist die filmab!-Redaktion 2022

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war Teil der filmab!-Redaktion im Rahmen des FISH-Filmfest im Rostocker Stadthafen vom 28. April bis 1. Mai 2022.

war Teil der filmab!-Redaktion im Rahmen des FISH-Filmfest im Rostocker Stadthafen vom 28. April bis 1. Mai 2022.

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