Auf der Kachel stellen wir Kleinparteien vor, die zur Landtagswahl in MV antreten. Diesmal mit der Tierschutzpartei.
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Die Kleinparteien im Check: Tierschutzpartei 

Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Neben SPD, CDU, Linken, Grünen, FDP und AfD treten auch zahlreiche kleinere Parteien an. Insgesamt 19 Parteien haben eine Landesliste eingereicht – darunter 13, die nicht bereits im Land- oder Bundestag vertreten sind. Wer steckt hinter diesen Parteien? Welche Themen treiben sie um, wo haben sie bereits politische Erfahrung – und welche Kontroversen gibt es? Wir haben für euch das Wichtigste zusammengetragen. Heute: Die Tierschutzpartei.
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Wer ist eigentlich…  die Tierschutzpartei?

Für die Partei Mensch Klima Tierschutz, kurz Tierschutzpartei, soll Tierschutz, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit als ein gemeinsames politisches Projekt verstanden werden. Die Partei will deshalb nicht nur Tiere besser schützen, sondern auch Landwirtschaft, Verkehr, Wohnen, Wirtschaft, Bildung und öffentliche Finanzen entsprechend ausrichten.  

Die Tierschutzpartei wurde 1993 gegründet1 unter dem Namen Partei Mensch Umwelt Tierschutz. Anfang 2026 änderte sie ihren Namen, da sie plant, im Herbst dieses Jahres mit der Klimaliste Deutschland zu fusionieren.2 

Wichtigste Punkte des Wahlprogramms für MV 

  • Kernthema Tierschutz: u.a. keine Massentierhaltung, finanzielle Unterstützung von Tierheimen
  • weniger Jagd
  • pflanzliche Produkte in der Landwirtschaft stärken
  • kostenfreies, veganes Essen in Kitas und Schulen
  • Klimaneutralität bis 2035
  • Ostsee- und Naturschutz: Munitionsaltlasten und Geisternetze aus Ostsee entfernen, stärkerer Schutz Meerestiere
  • Sozialpolitik: kostenloser Nahverkehr, bezahlbarer Wohnraum, bessere Gesundheits- und Pflegeversorgung, mehr Frauenhäuser
  • Bildung und Gesellschaft: mehr Lehrkräfte, kostenlose Lernmittel, kostenloses Essen, konsequentes Vorgehen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus etc.3

Das ganze Wahlprogramm der Tierschutzpartei für die Landtagswahl in MV findet ihr hier: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 – PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ

Wer tritt für Tierschutzpartei an? 

Aktuell hat die Partei nach eigenen Angaben 2.400 Mitglieder.4 Den Landesverband MV gibt es seit 1998. Bei der Landtagswahl geht die Tierschutzpartei mit acht Bewerber:innen ins Rennen. 5

Auf den Listenplätzen, also wählbar mit der Zweitstimme, finden sich:  

Listenplatz (wählbar mit Zweitstimme) Name Beruf (und Wohnort)  Wahlkreis (zusätzlich wählbar mit Erststimme)  
1Petra MelchinDipl.-Ing. Landespflege (Thelkow)
Christoph VolkenandDialoger für Umweltorganisation
(Greifswald)
3Elvira WagnerBürokauffrau, Rentnerin
(Mesekenhagen)
4Anja HübnerTiermedizinische Fachangestellte
(Greifswald)
5Robert GabelSozialwissenschaftler
(Greifswald)
6Thomas Rex PreuscheProgrammierer
(Greifswald)
7Ralf MelchinLagerist
(Thelkow)
8Mariana YaremchyshynAuszubildende in Ergotherapie, Sprachmittlerin
(Greifswald)

Zwischen Wahlerfolgen und Außenseiterstatus

Ganz ohne parlamentarische Erfahrung ist die Partei nicht. Bei den Europawahlen holte sie seit 2014 jeweils ein Mandat. 2024 erreichte sie bundesweit erneut 1,4 Prozent und schickte Sebastian Everding ins Europäische Parlament.

Bei der Bundestagswahl 2021 konnte die Partei mit 1,5 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erzielen.6  Bei der letzten Landtagswahl in MV 2021 erreichte sie 1,7 Prozent. Für den Einzug in Parlamente reicht das allerdings nicht: Dafür gilt grundsätzlich die Fünf-Prozent-Hürde.

Kontroversen um die Tierschutzpartei

Die Tierschutzpartei war in der Vergangenheit mehrfach mit Vorwürfen mangelnder Abgrenzung nach rechts konfrontiert.

Besonders bekannt ist der Fall Martin Buschmann. Er war 2019 für die Tierschutzpartei ins Europäische Parlament eingezogen. 2020 wurde bekannt, dass er seine frühere Mitgliedschaft in der rechtsextremen NPD verschwiegen hatte. Buschmann verließ daraufhin zunächst die Fraktion im Europaparlament und später die Tierschutzpartei. Die Partei forderte ihn zudem auf, sein Mandat niederzulegen. Buschmann kam dieser Forderung nicht nach und blieb bis zum Ende der Wahlperiode 2024 als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament.7

Bereits einige Jahre zuvor hatte der damalige Parteivorsitzende und Europaabgeordnete Stefan Bernhard Eck die Partei verlassen. Er warf ihr Ende 2014 vor, sich nicht ausreichend von Personen mit rechtspopulistischer oder rechtsextremer Vergangenheit abzugrenzen. Die Parteiführung wies die Vorwürfe zurück.

Die Tierschutzpartei betont, dass sie sich gegen rechte Unterwanderung wehre und Neueintritte gegebenenfalls genauer prüfe.8

Transparenzhinweis: In einer älteren Version hatten wir Kandidierenden nicht in Tabellenform dargestellt. Mit der Aktualisierung möchten wir einen einfacheren Überblick über die Wahlkreise und Kandidierenden bieten. Inhaltlich hat sich nichts geändert.

In den kommenden Wochen bis zur Landtagswahl stellen wir alle Kleinparteien vor. Mehr dazu – und zu zahlreichen anderen Wahlhemen – findet ihr hier: Landtagswahl 2026 | KATAPULT MV 

  1. Tierschutzpartei (Hg.): Die Tierschutzpartei stellt sich vor, auf: tierschutzpartei.de. ↩︎
  2.  Völkl, Kerstin: Partei Mensch Klima Tierschutz, auf: bpb.de (6.8.2026). ↩︎
  3. Tierschutzpartei (Hg.): Landtagswahlprogramm 2026, auf: tierschutzpartei.de (27.5.2026). ↩︎
  4. Tierschutzpartei (Hg.): Die Tierschutzpartei stellt sich vor, auf: tierschutzpartei.de. ↩︎
  5. Hebenstreit, Jörg: Partei Mensch Umweltschutz Tierschutz, auf: bpb.de (15.8.2022). ↩︎
  6. Meinert, Natalie: EU-Parlamentarier Buschmann war vier Jahre NPD-Mitglied, auf: nordkurier.de (27.1.2020). ↩︎
  7.  Tierschutzpartei (Hg.): Stellungnahme des Bundesvorstandes zum Rück- und Austritt Stefan B. Ecks und weiterer Vorstandsmitglieder, auf: tierschutzpartei.de (1.1.2015).  ↩︎

Autor:in

  • Redakteurin in Rostock

    Tauschte die Berge des Südens gegen das Meer im Nordosten. Wurde im Rostocker Büro liebevoll Katzen-Oma getauft - hat aber keine Katze.

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