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LSBTI*-Bewegung

Erste Pride-Demo in Greifswald

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Es war die erste Pride-Demo in der Hansestadt. Sie war seit Juni von acht Greifswalder:innen geplant worden, die sich zur LSBTI*-Bewegung zählen, also als lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich bezeichnen. „Es wäre schön, wenn es hundert Leute werden“, hatte eine Mitorganisatorin im Vorfeld gesagt. Insgesamt wurden es nun laut Polizei 200 Personen, nach Angaben der Veranstalter:innen waren es sogar 300. Gemeinsam zogen sie am Sonntag vom Greifswalder Bahnhof über die Bahnhofstraße zur Europakreuzung und durch die Greifswalder Innenstadt zogen, um für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen zu demonstrieren und Kontakte untereinander zu knüpfen. Das Wort queer wird laut dem Deutschen Lesben- und Schwulenverband häufig als Sammelbegriff für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen verwendet.

Dabei betonten die Organisator:innen, dass die Pride-Parade als unkommerzielle Veranstaltung ohne Sponsoren zu verstehen sei und sich damit von den bekannteren Aktionen wie dem Christopher Street Day (im Juni in Schwerin und im Juli in Rostock, Anm. d. Red.) abgrenze.

Unter anderem zog die Pride-Parade in Greifswald auch durch die Friedrich-Loeffler-Straße. (Foto: Clara Rauner)

Neben musikalischer Begleitung gab es an verschiedenen Stationen insgesamt fünf Vorträge. Unter anderem redeten Betroffene über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung und das Projekt Qube wurde vorgestellt, ein Bildungs- und Antidiskriminierungs-Projekt für Meck-Vorp. Die Demostrecke war bewusst gewählt worden. Zum einen sollte sie möglichst barrierefrei sein, zum anderen öffentliche Plätze in der Stadt einbinden. So führte die Parade auch am Erntedankmarkt vorbei. Bis auf einzelne Zwischenrufe von Passant:innen bei einer Ansprache am Marktplatz gab es laut Polizei keine Vorfälle. Zwischenzeitlich hätten die Verkehrseinschränkungen im Zuge der Demo für Unmut gesorgt. Das Anbringen eines Banners am ehemaligen Kultur- und Jugendzentrum „Pariser“ von einigen Aktivist:innen werde nicht rechtlich verfolgt.

Ein Mitarbeiter der Universität Greifswald, der anonym bleiben möchte, kritisierte die Arbeit der Polizei. Die Parade sei unzureichend gesichert worden. So sei es einem Stadtbus erlaubt worden, sehr nah an das Ende der Parade zu fahren, zudem seien Kreuzungen nicht abgesperrt worden, sodass sich mehrere Autos ebenfalls zu dicht an der Parade vorbeigedrängt hätten – das empfinde er als nachlässig. Insgesamt waren zur Demonstration drei Polizeiwagen im Einsatz. Ein Polizeisprecher räumte ein, dass die Beamten an diesem Tag unterbesetzt gewesen seien.

Abschluss der Pride-Parade am Greifswalder Hauptbahnhof. (Foto: Clara Rauner)

Zum Abschluss gab es ein Gruppenfoto aller Beteiligten am Bahnhof. Die Pyrotechnik sei angemeldet gewesen, betonen die Organisator:innen. So war die Veranstaltung nach Aussage der landesweiten Koordinierungsnetzwerks „queer“ aus Schwerin ein weiterer Erfolg in diesem Jahr. Insgesamt gab es bereits fünf Demos dieser Art: in Schwerin, Rostock, gemeinsam in Neubrandenburg und Neustrelitz sowie in Stralsund und nun auch in Greifswald. Das seien so viele wie noch nie, so der Vorsitzende des Neubrandenburger queer-Bündnisses, Marcel Spittel (Bündnis 90/Die Grünen).

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