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Stört den Schwaan

Festival nach Drohungen aus rechtem Spektrum abgesagt

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Vom 15. bis 17. September sollte das erste Stört den Schwaan-Festival in Schwaan (Landkreis Rostock) stattfinden. Mehr als zehn regionale Bands und Musikschaffende standen auf dem Programm. Dazu sollten Gesprächsrunden zu aktuellen politischen Themen stattfinden: zum Klima, zu Migrationspolitik sowie zu rechten Strukturen im ländlichen Raum.

Letztere haben dafür gesorgt, dass sich die Partei Die Linke MV – Veranstalterin des Festivals – nun dazu entschlossen hat, das Festival abzusagen.

Vor etwa einer Woche fanden Mitorganisator:innen in den Sozialen Medien mehrere Beiträge von Personen aus dem rechtsextremen Spektrum, die dazu aufriefen, das Festival aufzusuchen. Einige dieser Personen seien Mitglieder der verfassungsfeindlichen rechtsextremen Partei Der Dritte Weg. Um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, wurde das Festival kurzerhand abgesagt.

Wie Mitorganisator Felix Baumert mitteilte, wurde seit Februar dieses Jahres geplant und organisiert. Das Festival sollte dazu beitragen, Kunst und Kultur in die ehemalige Künstlerkolonie Schwaan zu bringen. Die Veranstaltenden könnten sich jedoch vorstellen, im nächsten Jahr an einem anderen Ort einen Neustart zu wagen. Konkrete Pläne gebe es allerdings noch nicht, da die aktuelle Situation erst ausgewertet werden müsse, so Baumert.

Anstelle des geplanten Festivals findet am 15. September nun ein Konzert im Jugendalternativzentrum Rostock (JAZ) statt. Vier Bands, die ursprünglich in Schwaan spielen sollten, werden auftreten. Die Einnahmen sollen einem Hilfsfonds für Betroffene rechter Gewalt gespendet werden.

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Autor:innen

Geboren in Vorpommern, aufgewachsen in Mecklenburg. Einziger KATAPULT-Redakteur mit Traktorführerschein UND Fischereierlaubnis. Layouter und Chefredakteur.

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