Zum Inhalt springen

Kulturszene

“Musikpalast bleibt in Greifswald!”

Von

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Artikel teilen

Die größte Proberaumgemeinschaft der Region muss nicht in jedem Fall geschlossen werden. Der Gebäudebesitzer hat den Mietern zwar die Nutzung über einen Aushang untersagt und die Räumung gefordert, jedoch meldet sich nun der Hauptmieter des Gebäudes und meint, diese Handlung des Gebäudebesitzers sei “Hausfriedensbruch”.

Eigentümer und Hauptmieter scheinen hier unterschiedliche Ziele zu verfolgen.

Von vorne: Das Grundstück, auf dem der Musikpalast steht, gehört dem Landwirt Peter Heckrath. Dieser hat das Grundstück vor etwa neun Jahren erworben und beim Kauf auch einen Mieter übernommen. Dieser Mieter ist Martin Hänler aus Rostock. Er mietet das gesamte türkise Gebäude, in dem die Bands proben.

Der Musikpalast wird also nicht von Heckrath, sondern vom Hauptmieter Hänler betrieben. Hänler hatte das Gebäude unter dem vorigen Eigentümer renoviert und dann an die einzelnen Bands weitervermietet.

Eigentümer Heckrath lässt über den für ihn arbeitenden Norbert Kühl ein "Nutzungsverbot" im Musikpalast aufhängen.

Mit dem Schreiben vom Bauamt, in dem die Nutzung für illegal erklärt wird, gehen beide Parteien nun sehr unterschiedlich um. Eigentümer Heckrath versteht es als Räumungsaufforderung und fertigte einen Aushang an, der die Bands auffordert, das Gebäude zu räumen.

Hauptmieter Hänle sieht darin lediglich die Aufforderung des Bauamtes, eine Nutzungsänderung zu beantragen. Das will er auch machen. Und: Er ist optimistisch, dass es klappen wird, der Kontakt zum Bauamt stimme ihn hoffnungsvoll. “Der Musikpalast bleibt in Greifswald!”, sagt er. Möglich ist beispielsweise eine Duldung mit anschließender Genehmigung der Nutzungsänderung.

Hauptmieter Hänler vermutet, dass Eigentümer Heckrath den Musikpalast loswerden will. Da eine Kündigung aus Hänles Sicht nicht möglich ist, versuche Heckrath den Palast jetzt auf anderem Weg unwirtschaftlich zu machen.

Das Problem liegt demnach eher zwischen Eigentümer und Hauptmieter. Die Kommunikation zwischen den beiden Parteien ist angespannt und läuft oft über Anwälte.

Peter Heckrath ist für KATAPULT MV nicht erreichbar gewesen. 

MV braucht mehr als nur eine Zeitung pro Region. Holt euch ein KATAPULT-MV-Abo!

Autor:innen

Ist einsprachig in Wusterhusen bei Lubmin in der Nähe von Spandowerhagen aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft und gründete 2021 KATAPULT MV.

Veröffentlichungen:
Die Redaktion (Roman)
Fredrich rastet aus

Neueste Artikel

12.06.2024

Bloßer Spinner oder Gefahr für die Demokratie?

2022 ordnete der Verfassungsschutz 670 Menschen in MV der Reichsbürger- und Selbstverwalterszene zu. Deren Ziel: die Delegitimierung des deutschen Staates und seiner Repräsentant:innen. Ein besonders skurriler Vertreter dieser Gruppe ist Maik G., wohl eigentlich Immobilienmakler, doch auch selbsternannter Großherzog. Nicht nur seine vorgebliche Lebensgeschichte wirft Fragen auf.

11.06.2024

Der Nordkurier als ungefilterte AfD-Plattform

Wie man als Medium mit der AfD umgehen sollte, ist umstritten. Ignorieren können Medienvertreter:innen den rechtsextremen Verdachtsfall nicht. Doch man sollte der Partei auch keine Bühne geben, sagen Journalist:innenverbände. Der „Nordkurier“ vertritt eine andere Auffassung und veröffentlichte im vergangenen Monat mehrere Interviews, in denen demokratiefeindliche Aussagen der AfD nicht eingeordnet wurden. Und auch die Antwort vom Nordkurier-Chefredakteur auf unsere Anfrage dazu irritiert.
MV-Karte zur stärksten Partei zur Europawahl 2024 in Prozent: AfD. Nordwestmecklenburg (26,6), Schwerin (22,1), Ludwigslust-Parchim (29), Stadt Rostock (18,5), Landkreis Rostock (28,2), Vorpommern-Rügen (30,7), Mecklenburgische Seenplatte (31,9), Vorpommern-Greifswald (33,6).

10.06.2024

MV hat gewählt

Auch ihre Stimme für das Europaparlament gaben die meisten Menschen in allen Kreisen und kreisfreien Städten MVs an die Rechtsaußenpartei.