Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland außerhalb von Krankenhäusern. Allein in MV erleiden jährlich etwa 3.200 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand – nur zehn Prozent überleben. Denn wenn das Herz plötzlich aufhört zu schlagen, wird kein Blut mehr durch den Körper gepumpt, sodass die Organe keinen Sauerstoff mehr erhalten. Innerhalb weniger Minuten kann dies zu irreparablen Hirnschäden oder zum Tod führen.
Für das Überleben ohne Folgeschäden sind die ersten Minuten entscheidend. Doch gerade in einem Flächenland wie MV sind die Wege für Rettungsdienste lang. Deshalb ist Ersthilfe in so einem Fall lebenswichtig. Genau hier greift die bereits 2013 vom Arbeiter Samariter Bund (ASB) entwickelte App ASB schockt ein. Sie ist seit diesem Jahr auch in MV verfügbar.
2013 wurde die App vom ASB Hamburg als Hamburg schockt ins Leben gerufen. 2021 übernahm der ASB Deutschland das Projekt, um es bundesweit weiterzuentwickeln. Seit Mai dieses Jahres ist die App mit den Leitstellen in MV verbunden.
So funktioniert „ASB schockt“
In der App können sich Ersthelfende registrieren, die einen Qualifikationsnachweis haben, etwa einen Erste-Hilfe-Kurs, der nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.1 Anschließend werden sie für Alarmierungen freigeschaltet. In einem Notfall alarmiert die Leitstelle registrierte Ersthelfende in der Nähe. Nehmen diese den Einsatz an, werden sie direkt zum Einsatzort geleitet und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte schrittweise durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen geführt.

„ASB schockt“ zeigt zudem die Standorte von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren, auch AED (Laien-Defibrillator) genannt, an. Durch die Abgabe von Stromstößen können diese bei Herzrhythmusstörungen helfen. Die Geräte erklären dabei Schritt für Schritt, wie sie zu handhaben sind. Übrigens: Wird ein nicht schockbarer Herzrhythmus erkannt, wird die Defibrillation nicht freigegeben.
Landrat ruft zur Mithilfe auf
Erst kürzlich rief Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann (CDU) seine Bevölkerung auf, sich bei der App anzumelden. „Leider gibt es in unserem Landkreis im Vergleich zu Ludwigslust-Parchim und Schwerin noch zu wenig registrierte Personen”, so Schomann. „Deshalb appelliere ich an alle qualifizierten Helferinnen und Helfer: Registrieren Sie sich in der Smartphone-App ‚ASB schockt‘.”
Die App steht für iOS und Android zum Download zur Verfügung:
- ASB (Hrsg.): FAQ, auf: asb-schockt.de. ↩︎

