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Weltfrauentag

… oder vielmehr „feministischer Kampftag“?

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„Es ist Krieg in Europa, es herrscht Gewalt. Und die Antwort darauf ist eine männliche, patriarchale – Bedrohungsszenarien aufbauen, die Gewaltspirale immer weiterdrehen“, heißt es auf der Internetseite des Frauenhilfevereins „Stark Machen“ aus Rostock. Das Wort „gewaltfrei“ bekomme in diesen Tagen einen ungleich stärkeren Klang.

So ist dieser Internationale Frauentag neben der Forderung nach mehr Gleichberechtigung vor allem einem gewaltfreien, unabhängigen Leben für alle und einem Ende des Krieges gewidmet. Das haben viele landesweite Initiativen schon im Vorfeld der heutigen Kundgebungen und Demonstrationszüge gefordert.

So sprach etwa Rose Ward Al Daya, Vorstandsmitglied des Rostocker Frauenkulturvereins, heute in einer Pressemitteiung davon, dass die aktuelle Friedensbewegunge viele Bereiche einschließe – sowohl Geschlechtergleichheit als auch ein friedliches und gewaltfreies Miteinander. Dabei würdigte sie auch den Einsatz der Menschen in Russland, die sich dem Krieg widersetzen und nun mit Repressionen und Inhaftierungen zu kämpfen hätten.

Die antirassistische Initiative Pro Bleiberecht kritisiert in diesem Zusammenhang die Unterbringung von Geflüchteten im Erstaufnahmelager Horst. Dort werden seit Kurzem auch ukrainische Menschen untergebracht. In einer Pressemitteilung spricht eine ehemalige Bewohnerin von ihren Erfahrungen vor Ort: „Durch meine zehnmonatige Erfahrung, in diesem Camp leben zu müssen, weiß ich, wie schrecklich die Situation hier ist. Es gibt keine Privatsphäre, das Essen ist schlecht und es gibt keine Möglichkeit, Kontakte außerhalb des Camps zu knüpfen. Deshalb ist es mir wichtig, mich solidarisch mit den hier lebenden Frauen zu zeigen und gemeinsam für ein besseres Leben für alle zu kämpfen.“

Warum lieber „feministischer Kampftag“?

Kritik an der Bezeichnung „Weltfrauentag“ kommt von der Queer- und der FINTA-Bewegung und zahlreichen Initiativen, auch aus MV: Da der Begriff „Weltfrauentag“ nicht alle Personen miteinschließe, die Geschlechterungleichheit und geschlechterspezifische Gewalt erfahren haben, werde „feministischer Kampftag“ oder sogar „Antipatriarchatstag“ bevorzugt, heißt es etwa vom Aktionsbündnis queer aus Greifswald und der Beratungsstelle Sela aus Rostock auf ihren Social-Media-Kanälen. Außerdem gebe „Kampftag“ eine aktivere Grundhaltung vor.

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