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Krieg in der Ukraine

Starkes Ehrenamt in MV

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Seit Anfang der Woche unterstützen in Schwerin rund 600 Ehrenamtliche die Arbeit des ukrainisch-deutschen Kulturzentrums SIĈ. „Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, sagt die Zweite Vorsitzende Natalia Jentzsch, die im Hauptberuf ein Übersetzungsbüro leitet. Es existiere eine starke ukrainische Community in der Stadt. Viele Menschen ukrainischer Herkunft engagierten sich derzeit für ihre Landsleute, sagt sie. Sie betreuen die Neuankömmlinge, stellen Unterkünfte zur Verfügung, sammeln Spenden. Manche haben sich selbst auf den Weg gemacht, um Menschen an der polnisch-ukrainischen Grenze abzuholen.

Die Ehrenamtler:innen organisieren kostenlose medizinische und psychologische Betreuung der Neuankömmlinge, übersetzen, begleiten sie zu Ämtern und Behörden und informieren zu rechtlichen Fragen. Wer Geflüchteten eine Unterkunft anbieten möchte, sollte sich an SIĈ wenden.

Für Kinder sammelt der Verein Angebote zur Freizeitgestaltung. Geplant sei zum Beispiel ein gemeinsamer Theaterbesuch. Außerdem kümmern sich Jentzsch und ihr Team um die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir wollen die Menschen so lange betreuen, wie es nötig ist“, umschreibt Jentzsch die Aufgabe, die sich SIĈ gestellt hat. „Wir wollen die Menschen in die Gesellschaft integrieren. Das wird eine Herausforderung.“

Natalia Jentzsch, Zweite Vorsitzende des ukrainisch-deutschen Kulturzentrums SIĈ. (Foto: M. Schöler)

Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) lobte gegenüber KATAPULT MV den Einsatz aller Beteiligten. Es sei überwältigend, wie die ehrenamtliche Arbeit in der Krisensituation funktioniere. Die ehrenamtlichen Helfer:innen seien sehr nah an den Geflüchteten dran. „Viel näher, als es Verwaltung sein kann“, betonte er.

Die Gemeinde Witzin organisiert seit einigen Tagen gemeinsam mit der Caritas und einem ukrainischen Kriegsflüchtling Spendentransporte. Einer davon soll morgen starten und auf dem Rückweg weitere ukrainische Menschen mitnehmen, so Bürgermeister Hans Hüller (Wählergemeinschaft Witzin). Er sei dankbar für diese schnelle Organisation von Hilfsangeboten in seinem Ort. Mit Blick auf die wachsenden Flüchtlingszahlen aber fordert er so schnell wie möglich mehr Hilfe von den Verkehrsbetrieben: „Zugverbindungen wie die in Polen sind jetzt schon an ihrer Leistungsgrenze. Mit einem Kleintransporter eine Handvoll Menschen zu transportieren, ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Busunternehmen sollten beauftragt werden, um Güter an die Grenze zu schaffen und auf der Rückfahrt Flüchtlinge mitzunehmen.“ Alles Weitere könne man dann vor Ort in der entsprechenden Gemeinde oder Stadt klären, sagt er.

Vor allem Einzelpersonen und Initiativen organisieren derzeit landesweit Spendentransporte. Am Sonnabend fahren sechs Busse verschiedener Unternehmen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern mit gesammelten Sachspenden an die polnisch-ukrainische Grenze. Außerdem planen die Organisator:innen der zivilgesellschaftlichen Organisationen, auf dem Rückweg bis zu 350 Flüchtende nach MV zu bringen.

In Jarmen hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, die neben der Organisation und Einrichtung von Wohnungen Übersetzungshilfe, medizinische Betreuung und Kita- und Schulaufnahme für ankommende Kinder organisiert. Auch mit der polnischen Partnerstadt Susz (südlich von Danzig) stehe man eng in Kontakt, sagt der zuständige Koordinator Karsten Windmüller.

Die Stadt Boizenburg/Elbe hat sich in ihrer gestrigen Sitzung ebenfalls dafür ausgesprochen, Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Gespräche mit der Wohnungsgesellschaft zur Unterbringung sollen in der kommenden Woche aufgenommen werden, erklärt Bürgermeister Rico Reichelt (Die Linke) im Beschlusspapier.

In Greifswald hat sich am Mittwoch ein Netzwerk zur besseren Organisation und Koordination aller engagierten Initiativen und Ehrenamtlichen gegründet. Auch in Stralsund plant die AG Flüchtlingshilfe ein solches Netzwerk. Das Auftakttreffen findet am kommenden Freitag statt.

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Fußnoten

  1.  Niendorf, Franca: Andrang an der Grenze – Eskender Bekirov holt Mütter mit Kindern aus der Ukraine, auf: svz.de (26.2.2022).
  2. Ansprechpartner Maxim Golik: golik.sic@gmail.com / 0385 3938993.

Autor:innen

Redakteurin bei KATAPULT MV.

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