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Kultur

Tag des offenen Denkmals

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Viele der Monumente sind sonst nur beschränkt oder gar nicht zugänglich. Wie zum Beispiel das Schloss Ludwigsburg bei Greifswald. Hier bieten die Vereinsmitglieder Führungen durch das letzte fast im Original erhaltene Schloss der Pommerschen Herzöge. Auch das sogenannte Hexenhaus in Vitte auf Hiddensee öffnet für Besucher:innen. Es wurde 1755 als Fischerkate gebaut und zeitweise von der Malerin Elisabeth Büttner bewohnt. Zuletzt war es der Sommersitz des 1944 ermordeten Widerstandskämpfers Adolf Reichwein. Heute dient es als Ferienunterkunft.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin will mit diesem Tag auch die besonderen Leistungen von Archäolog:innen, Restaurator:innen und Handwerker:innen hervorheben.

Die Stiftung

Seit 1985 setzt sich die Stiftung bundesweit für den Erhalt von Baudenkmalen ein. Nach eigenen Angaben ist sie die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland und fördert jährlich bis zu 600 Projekte. Aus Spenden und Aktionen kann sie dafür pro Jahr rund 20 Millionen Euro bereitstellen.

Gefördert werden nicht nur Kirchen und Schlösser, sondern auch Gärten, Parkanlagen, technische Denkmäler, Wohnbauten, Siedlungen und archäologische Grabungen. Die genaue Entscheidung, was gefördert wird, trifft ein Gremium aus Stiftungsmitgliedern, das von Denkmalexpert:innen beraten wird. Für 2021 können 435 Denkmale deutschlandweit gefördert werden. Darunter auch fünf in Meck-Vorp.

Geförderte Projekte in Meck-Vorp

Insgesamt werden landesweit 32 Denkmäler von der Stiftung gefördert. In diesem Jahr neu aufgenommen wurden das Segelschulschiff Greif in Greifswald, die Messehalle von Ulrich Müther in Rostock, das Herrenhaus Gnemern in Jürgenshagen, das Mausoleum der Familie Wedekind in Friedrichswalde und die Wismarer Heiligen-Geist-Kirche.

Die Greif feiert in diesem Jahr ihr 70. Jubiläum. 1951 wurde sie in Warnemünde gebaut und auf den Namen Wilhelm Pieck getauft. Mit einem Umbau 1990 wurde das Schiff zur heutigen Greif. Jetzt muss es aufgrund von Korrosion am Stahlrumpf dringend saniert werden. Auch neue Segel sind nötig, um künftige Ausfahrten wieder gewährleisten zu können, heißt es vom Förderverein.

Die 1996 gebaute Rostocker Messehalle von Ingenieur Ulrich Müther zeichnet sich durch ihre besondere Form aus: „Sie gilt als bedeutendes Bauwerk der DDR-Architektur und soll unbedingt erhalten bleiben“, schreibt die Denkmalstiftung: „Nach einer unsachgemäßen Sanierung in den 1990er-Jahren wurden zum Beispiel Lüftungsfenster verbaut oder Dacheinlaufkästen mit Bitumenbahnen überklebt. Das Ergebnis sind starke Korrosionsschäden und massive Risse.“ Das Unter-Schutz-Stellen verhinderte schließlich einen Abriss. Besonders die Fassade muss nun saniert werden.

Das Herrenhaus in Jürgenshof gehört zu den wenigen noch erhaltenen Wasserschlössern im Land. Mit der Förderung durch die Denkmalstiftung sollen Dach und Fassade umfassend saniert werden. Künftig wolle man das Schloss für Veranstaltungen nutzbar machen, etwa als Spielort für die Festspiele MV, heißt es.

Das Mausoleum der Unternehmerfamilie Wedekind ist ebenfalls Teil des Förderprogramms. Das Herrenhaus und den angrenzenden Park in Friedrichswalde besuchte die Familie um den Berliner Kaufmann und Generalkonsul Paul Wedekind für Jagdausflüge. Darauf verweist auch ein bronzener Hirsch vor dem Mausoleum. Restauriert werden sollen Fenster und Tore.

Das letzte neu in die Förderung der Denkmalstiftung aufgenommene Gebäude ist die Heiligen-Geist-Kirche in Wismar. 1255 erstmals erwähnt, besitzt sie unter anderem eine von zwei sogenannten „Deo-Gracias-Fresken“ (übersetzt „Dank sei Gott“) in Europa. Das sind Wandbilder aus Buchstabenfeldern, auf denen man aus 504 verschiedenen Leserichtungen den Spruch „Deo Gracias“ erkennen kann. Die Denkmalstiftung unterstützt die Kirche mit einer aktuellen Förderung zur Sanierung des Daches.

Programm am Sonntag

Der Tag des offenen Denkmals in Meck-Vorp feiert seine landesweite Eröffnung in der Kultur- und Feldsteinkirche Recknitz. Neben Vorträgen und Musik wird auch der Friedrich-Lisch-Denkmalpreis vergeben. Damit werden Menschen geehrt, die sich besonders auf dem Gebiet der Denkmalpflege engagiert haben. Anschließend gibt es vor Ort Führungen durch die Feldsteinkirche St. Bartholomäus, die erstmals 1296 erwähnt wurde.

An insgesamt 117 Orten im Land können Besucher:innen einen Blick in historische Gebäude und Stätten werfen. Einen Überblick über alle Veranstaltungen gibt es hier.

Parallel zum Tag des offenen Denkmals bietet auch der Mühlenverein MV Einblicke in zehn historische Mühlen, von Wind- über Wasser- bis hin zur motorbetriebenen Mühle.

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Redakteurin bei KATAPULT MV.

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