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Wahlcheck MV

Wölfe abschießen?

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Sollte man Meister Isegrim in Meck-Vorp an den Kragen gehen? Die folgenden Statements stammen aus den Landeswahlprogrammen der MV-Parteien. ÖDP, NPD, FPA und Die PARTEI äußern sich in ihren Programmen dazu nicht.

Allen voran für den Abschuss: die CDU.
„WOLF INS JAGDRECHT! Wir werden den Wolf in das Jagdrecht aufnehmen, damit bei Überschreitungen eines noch zu bestimmenden Mindestbestandes eine notwendig gewordene Bestandsregulierung vorgenommen werden kann.“ Wie die CDU und besonders Julia Klöckner die Angst vor dem Wolf nutzt, um auf Stimmenjagd zu gehen, lest ihr hier.

Mit dabei: FDP
„Wir werden uns für ein sachgerechtes und wirksames Biber-, Wildgänse-, Kormoran- und Wolfsmanagement einsetzen. Schäden an Privateigentum, die durch die geschützten Arten entstehen, müssen ausgeglichen werden. Die FDP wird eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht unterstützen und uns für die Festlegung einer Bestandsobergrenze einsetzen.“

AfD
„Zurückkehrenden Arten wie Wolf, Wisent und Elch muss nach Möglichkeit Platz geboten werden. Eine ungehinderte Ausbreitung in die vom Menschen geschaffene und genutzte Kulturlandschaft lehnen wir jedoch ab.“ – Von wo die Arten für die AfD zurückkehren dürfen, wurde nicht weiter definiert.

Freie Wähler
„Wir setzen uns für die Unterstützung und Weiterführung des Wolfs-Management-Planes in Mecklenburg-Vorpommern ein.“

Bündnis 90/Die Grünen
„Zum Tierschutz gehört ebenso die Beurteilung, die Vorsorge und Bewältigung von Schäden, die durch Wildtiere bzw. verwilderte Haustiere verursacht werden. Deshalb wollen wir u.a. das Management von Tieren, wie zum Beispiel Biber und Wolf, stärken. Um Tierschutzbelange im Land wirksam umzusetzen, braucht es letztlich – das zeigen Erfahrungen anderer Bundesländer – eine:n Landes-Tierschutzbeauftragte:n. Um den Tierschutz konsequent umzusetzen, werden wir das Biber- und Wolfsmanagement im Land kritisch überprüfen und fachlich und personell neu aufstellen.“

Die Linke
„Wir wollen ein Programm zur Verbesserung der Biodiversität in Mecklenburg-Vorpommern inklusive der Vernetzung und Verbindung von Schutzgebieten, Monitoring- und Managementprogrammen von geschützten Tierarten wie Wolf und Biber.“

Piratenpartei
„Wir Piraten setzen uns für die konsequente Durchsetzung des Schutzes der Wölfe ein. Der Wolf gehört zu Mitteleuropa so wie der Wald und die Äcker. Wir setzen uns für die Förderung und Unterstützung der Nutztierhalter beim Schutz ihrer Tiere durch bauliche Maßnahmen und/oder den Einsatz von Herdenschutzhunden ein.“

SPD
Die Sozialdemokraten treffen in ihrem Wahlprogramm keine eindeutige Aussage zum Wolf. Dafür geht es viel um Wald und Wild. Umweltminister Till Backhaus (SPD) steht seit 1998 zwischen Bauern, die um ihre Tiere fürchten, und dem seit 1979 streng geschützten Wolf. Im Wahlprogramm legt die SPD in MV ihren Fokus auf die Funktion der Jäger:innen:

„Für gesunde und vielseitige Wildbestände zählen wir weiterhin auf das Engagement unserer über 10.000 gut geschulten und verantwortungsvollen Jäger:innen im Land. Sie sind unsere Garant:innen für eine wirksame Eindämmung von Gefahren wie der Afrikanischen Schweinepest und liefern nicht nur einen Beitrag zur gesunden Arterhaltung, sondern auch hochwertige, schmackhafte Lebensmittel.“

Tierschutzpartei
Wie der Name schon sagt: Tiere schützen ist ein zentrales Thema im Grundsatzprogramm der Tierschutzpartei. „Die Partei ‚Mensch Umwelt Tierschutz‘ sieht im Töten wild lebender Tiere grundsätzlich keine geeignete Verfahrensweise, um ökologische Stabilität herzustellen oder aufrechtzuerhalten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Jagd unsere Restnatur dauerhaft in ihrem Bestand schädigt. Sie zerstört Tiergemeinschaften, destabilisiert natürliche Gleichgewichte, neurotisiert wild lebende Tiere und zwingt sie in artuntypische Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Nachtaktivität durch hohen Jagddruck und unnatürliche Tierkonzentration an Futterstellen. Jagd führt zu enormem individuellen Stress und missachtet vorsätzlich die grundlegendsten Bedürfnisse der betroffenen Wildtiere. Dass darüber hinaus der Jagd nicht jene ökologische Bedeutung zukommt, die ihr von Jägerseite aus immer wieder zugesprochen wird, ist für jede einzelne Tierart anhand wissenschaftlicher Untersuchungen belegbar.“

Weiterlesen: Tiere im Wahlkampf
Alle Wahlprogramme findet ihr in den Quellen.

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Redakteurin bei KATAPULT MV.

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