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Tierseuche

Afrikanische Schweinepest erstmals in MV ausgebrochen

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In der Nacht zum Dienstag hat das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) das Virus der sogenannten Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Nutztierbestand im Landkreis Rostock nachgewiesen. Mehrere Tiere waren dort verendet. Als Verdachtsfall wurden Proben an das FLI als nationales Referenzlabor für Tierseuchen geschickt.

Die ASP ist eine Viruserkrankung bei Wild- und Hausschweinen, die in der Regel tödlich endet. Einen Impfstoff gibt es, anders als für die klassische Schweinepest, noch nicht. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Ende Juli hatte es in Brandenburg die ersten Ausbrüche der ASP in zwei Haustierbeständen gegeben, dies waren deutschlandweit die ersten. Dort wie auch in Sachsen wurden zudem nach Angaben des FLI bislang mehr als 2.000 Wildschweine positiv auf das Virus getestet. Auch in Polen hatte es bereits im ersten Halbjahr 2021 ähnlich viele Fälle gegeben.

Um den Eintrag der Tierseuche nach MV zu verhindern, hatte der Landkreis Vorpommern-Greifswald einen doppelten Schutzzaun mit Wildkorridor errichtet.

Schweinezuchtverband überrascht

Der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost sei überrascht, dass das Virus in der Mitte des Bundeslandes ausgebrochen ist, sagt Geschäftsführer Robert Langas. Bislang sei die ASP nicht einmal bei Wildschweinen im Land festgestellt worden. Wie das Virus in den Bestand eindringen konnte, ist noch unklar. Wissenschaftler:innen des FLI sollen dies nun untersuchen. Möglich sei das Eintragen über Futtermittelwege und Lieferanten von Mastferkeln für den betroffenen Betrieb, sagt Langas. Der Betrieb habe Verbindungen zu einer Sauenanlage mit verschiedenen Standorten.

Konsequenzen

Der gesamte Bestand des Betriebs – knapp 4.000 Tiere – müssen nun getötet und laut Landwirtschaftsministerium MV unschädlich beseitigt werden, damit sich das Virus nicht noch weiter ausbreite.

In einem Pressegespräch am Dienstagvormittag kündigte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zudem an, dass um den Betrieb eine Sperrzone mit einem Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Bereich von zehn Kilometern eingerichtet werde. Dort seien etwa 20 Betriebe angesiedelt. Dort dürfen keine Tiere und Tierprodukte rein- oder raustransportiert werden, wenn sie nicht zuvor amtsärztlich untersucht worden sind. Kontaktbetriebe werden in den kommenden Tagen kontrolliert. Man suche nun sprichwörtlich „die Nadel im Heuhaufen“, wie und wo das Virus eingetragen werden konnte.

Jäger:innen werden im Umkreis des betroffenen Betriebes weiterhin die Wildschweinpopulation kontrollieren. Bisherige Proben seien negativ auf die ASP gewesen, betonte Backhaus.

Er appellierte zudem an alle Schweinehalter:innen landesweit, unbedingt auf strengste Hygienemaßnahmen zu achten.

Außerdem kritisierte er die Verantwortlichen der Bundespolitik, vor allem Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): Es sei bis heute nicht gelungen, einen Impfstoff zu finden. Es seien ja nur Tiere, scheine die Begründung für unterlassene Maßnahmen zu lauten. Darüber sei er „sehr verbittert“.

Man habe den Zaun gebaut, um ein Einschleppen zu verhindern. Auch dies sei vonseiten des Bundeslandwirtschaftsministeriums nicht unterstützt worden. In Brandenburg und Sachsen gebe es ein sehr hohes Infektionsgeschehen bei Wildschweinen. Die Lage sei dort weniger unter Kontrolle als in MV.

Einen Appell richtete der Minister an die Schlachthöfe im Umfeld – Kellinghusen, Weißenfels und Perleberg –, weiterhin Tiere aus MV aufzunehmen und zu schlachten. Es handele sich nur um einen sogenannten Punkteintrag. Es sei kein flächenhaftes Geschehen, wie in anderen Gebieten Europas. Bisher gebe es keinen Hinweis, dass die ASP über Schweinefleischprodukte übertragen werde, so Backhaus. Deswegen könne man Schweinefleisch aus MV weiterhin essen.

Ob es aufgrund des Ausbruchs in MV auch Exportbeschränkungen geben wird, ist noch unklar. Das werde auf EU-Ebene geklärt, so Backhaus. Schweineverbandschef Langas befürchtet dies. Die sowieso schon niedrigen Preise für Schweinefleisch würden dann noch weiter sinken. Bei Ausbrüchen der ASP bei Wildschweinen im vergangenen Jahr hatten mehrere Länder den Import von Schweinefleisch aus Deutschland gestoppt.

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