Wer ist eigentlich…. die ÖDP
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) entstand 1981 aus der Umweltbewegung, als sich wertkonservative Kräfte um den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl von den Grünen abspalteten.1 Der Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern wurde 1996 gegründet. Nach Angaben der Partei zählt dieser derzeit 15 Mitglieder.2
Das Welt- und Menschenbild der ÖDP basiert auf christlich-humanistischen Werten sowie dem Leitsatz der „Achtung vor dem Leben“. Programmatisch fordert die Partei eine Absage an den Wachstumszwang und eine Hinwendung zu einer Postwachstumsökonomie und einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft.3 Um ihre Unabhängigkeit zu bewahren und Korruption vorzubeugen, lehnt die ÖDP jegliche Spenden von Unternehmen strikt ab. 4
Wichtigste Punkte des Wahlprogramms für MV
Das Landesprogramm der ÖDP MV findet auf einem zweiseitigen Faltblatt Platz. Unter anderem fordert die Partei für Mecklenburg-Vorpommern:
- gemeinwohlorientierte Wirtschaft und verbindliche Gemeinwohl-Bilanzen für öffentliche Unternehmen
- Mietpreisregulierung, die Eindämmung von Immobilienspekulationen sowie Vorkaufsrechte für Genossenschaften
- Erhalt unberührter Natur, den schrittweisen Umbau der Massentierhaltung, das Verbot von Glyphosat sowie die Auflösung des atomaren Zwischenlagers Lubmin
- Ausbau der Windenergie mit größeren Abständen zu Siedlungen und Schutz für Vogelzuggebiete in der Ostsee
- „Umwelt, Ökologie und Ernährung“ als Pflichtfach in den Schulen sowie je eine Lehrkraft und eine pädagogische Fachkraft pro Klasse
Das vollständige Wahlprogramm der ÖDP MV findet ihr hier: ÖDP Landesverband Mecklenburg-Vorpommern – Landesprogramm
Wer tritt für die ÖDP an?
Bei der Landtagswahl treten drei Kandidierende mit Listenplätzen für die ÖDP an:5
| Listenplatz(Wählbar mit Zweitstimme) | Name | Beruf (und Wohnort) | ggf. Wahlkreis (Zusätzlich wählbar mit Erststimme) |
| 1 | Ronald Schünemann | Verkäufer (Schwerin) | — |
| 2 | Ernst Meixner | Zeitarbeiter (Rostock) | — |
| 3 | Elke Wagner | Hausfrau (Waren) | — |
Wahlerfolge der ÖDP
Bei Bundestags- und Landtagswahlen konnte die ÖDP bisher kein Mandat erringen. Seit 2014 ist sie jedoch ununterbrochen im Europäischen Parlament vertreten. Ihren Schwerpunkt hat die Partei auf kommunaler Ebene in Süddeutschland – insbesondere in Bayern, wo sie flächendeckend in Kommunalparlamenten sitzt und teils Bürgermeister stellt. Große Erfolge erzielte die ÖDP zudem durch direktdemokratische Initiativen und Gerichtsverfahren, darunter die Abschaffung des Bayerischen Senats (1997/2000), das bayerische Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit“ (2018/2019) sowie das Kippen der Sperrklausel bei Europawahlen.6
Kontroversen der Partei
Die Vorwürfe „ökofaschistischer“ Tendenzen der Partei in den 1980er-Jahren führten 1990 zum Austritt von Parteigründer Herbert Gruhl. Seitdem grenzt sich die Partei deutlich von jeglichem (Rechts-)Extremismus ab.7 Als nach wie vor kontrovers wird allerdings die sozialkonservative Programmatik der ÖDP wahrgenommen, die sich durch eine skeptische Haltung gegenüber Schwangerschaftsabbrüchen und aktiver Sterbehilfe auszeichnet.
In den kommenden Wochen bis zur Landtagswahl stellen wir alle Kleinparteien vor. Bereits erschienen sind: Tierschutzpartei, Freie Wähler, Piratenpartei
Mehr dazu – und zu zahlreichen anderen Wahlhemen – findet ihr hier: Landtagswahl 2026 | KATAPULT MV
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Mecklenburg-Vorpommern 2026 – ÖDP, auf: bpb.de. ↩︎
- ebd. ↩︎
- Ökologisch-Demokratische Partei (Hg.): Grundsatzprogramm, auf: oedp.de. ↩︎
- Ökologisch-Demokratische Partei (Hg.): Landesprogramm MV, auf: oedp.de. ↩︎
- LAIV MV (Hg.): Bewerberinnen und Bewerber zur Wahl der Abgeordneten des 9. Landtages von Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026, auf: https://www.laiv-mv.de/Wahlen/Landtagswahlen/2026. ↩︎
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Parteien in Deutschland – ÖDP, auf: bpb.de. ↩︎
- ebd. ↩︎

