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Corona-Pandemie

Dosen für Kinderimpfungen ausgeliefert

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Kinderarzt Steffen Büchner aus Güstrow freut sich: Endlich sind die bestellten Dosen da. Eigentlich sollten sie schon gestern geliefert werden. Da er schon vermutet hat, dass es Verzögerungen geben könnte, hat er seine ersten Impftermine auf den Donnerstag gelegt. Andere Ärzt:innen, wie zum Beispiel in Rostock, mussten erste Termine wegen der späteren Lieferung verschieben.

Egal – jetzt kann’s losgehen, sagt Büchner, der auch Vorsitzender des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in MV ist. Er will bis Weihnachten knapp 30 Dosen an die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen verimpfen. Andere Praxen hätten noch mehr bestellt, wie beispielsweise Dr. Andreas Michel aus Greifswald. Dort sollen bis Jahresende rund 100 Kinder geimpft werden können. 45.000 Dosen von Biontech/Pfizer sind in einem ersten Schwung landesweit angekommen. Im Januar kann dann nachbestellt werden. Laut Büchner müsse das reichen, obwohl es in der Altersgruppe knapp 80.000 Kinder in MV gibt.

45.000 Dosen für Kinderimpfungen reichen aus

Die Nachfrage sei nicht so stark wie bei den Jugend- oder Boosterimpfungen, sagt Büchner. Daher sei es auch für die Kinderarztpraxen leistbar, neben den anderen Schutzimpfungen die Corona-Impfung jetzt auch an die jüngere Altersgruppe zu verabreichen.

Gespräche mit Eltern über Vorteile und Risiken führe Büchner in seiner Praxis in Güstrow täglich zuhauf. Nicht alle entscheiden sich dann aber für die Impfung. Das liege wohl auch daran, dass Kinder nicht so stark betroffen sind beziehungsweise keine so schweren Verläufe haben können wie Erwachsene. Bislang zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit 35 Todesfälle bei unter 20-Jährigen aufgrund einer Corona-Infektion. In 25 Fällen gab es bekannte Vorerkrankungen.

Impfungen am besten durch Kinderärzt:in

Kinderarzt Büchner plädiert auch dafür, die Impfungen dieser Altersklasse generell von den Kinderarztpraxen durchführen zu lassen. Ärzt:innen in Impfzentren könnten weniger gut einschätzen, wie wichtig eine Impfung für das jeweilige Kind ist. Durch zumeist langjährige Beobachtungen, wie beispielsweise bei Asthmaerkrankungen, sei das in den Kinderarztpraxen gewährleistet.

Risiken könne man nie ausschließen, sagt Büchner. Wie bei jeder anderen Impfung auch. Beobachten müsse man in diesem Fall besonders mögliche Erkrankungen des Herzmuskels. Je jünger die Menschen seien, desto häufiger könnten diese auftreten. Im Vergleich sei das aber noch immer selten, so die Aussage von bisherigen internationalen Studien aus Israel und Amerika. Studien hierzulande sollen aber ebenfalls anlaufen. Das Paul-Ehrlich-Institut und das Deutsche Herzzentrum Berlin stehen dafür schon in den Startlöchern.

Laut RKI sind Kinder und Jugendliche weiterhin am stärksten von Infektionen betroffen und tragen mit Inzidenzen von über 900 beziehungsweise 1.000 in der Altersgruppe zwischen fünf und 14 Jahren zu dem hohen Infektionsdruck bei. Wie sich nun die Kinderimpfungen auf diese Entwicklung auswirken, wird sich in ein paar Wochen zeigen.

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Redakteurin bei KATAPULT MV.

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