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Rettungsflieger in MV

Einer zu wenig

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Wie viele Hubschrauber gibt es derzeit?

Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterhält drei Rettungstransporthubschrauber (RTH) unter den Funkrufnamen Christoph 34 (Güstrow), Christoph 47 (Greifswald) und Christoph 48 (Neustrelitz). Der Rufname Christoph geht auf den ersten zivilen Rettungshubschrauber in der Bundesrepublik zurück, der 1970 in München in Betrieb genommen wurde, und ist vom Heiligen Christopherus abgeleitet, der im christlichen Glauben als Schutzpatron der Reisenden gilt. In der Regel erhält der Name eine Nummer oder einen Namenszusatz, der jeweilige Rufname gilt für Maschine und Besatzung.

Wer betreibt die Rettungsflieger in MV?

Christoph 48 in Neustrelitz wird – genau wie seit 1970 Christoph 1 – von der ADAC-Luftrettung betrieben, Christoph 34 in Güstrow vom Bundesministerium des Innern (BMI) und Christoph 47 in Greifswald von der DRF-Luftrettung. Am Klinikum Süd in Rostock ist zudem ein Intensivtransporthelikopter (ITH) der Johanniter-Luftrettung stationiert, der ebenfalls für Notfalleinsätze ausgerüstet ist. Er hat den Rufnamen Christoph Rostock. Von den unterschiedlichen Betreibergesellschaften haben die Helikopter auch ihre Farbgebung, das BMI hat orange Maschinen, der ADAC gelbe und die Hubschrauber des DRF sind weiß-rot lackiert, genau wie der der Johanniter.

Waterkant und Hinterland

Eine besondere Rolle für Christoph 47 in Greifswald spielt die Lage der Station. Aufgrund der Topografie der Küste und der Inseln sind Landwege oft sehr weit, sodass Einsätze mit einem Rettungsfahrzeug am Boden oft deutlich länger bräuchten als notwendig, um erfolgreich zu sein. Darüber hinaus sind Einsatzorte an Steilküsten oder ähnlich schwer zugänglichem Terrain mit dem Hubschrauber schneller oder überhaupt erst erreichbar. Der Greifswalder RTH ist seit Sommer 2020 rund um die Uhr verfügbar.

Neben den Rettungshubschraubern, die auch für den Transport von Intensivpatient:innen genutzt werden, gibt es in Meck-Vorp einen Hubschrauber, der in der Luftrettung in Deutschland einmalig ist. Er kann keinen Krankentransport leisten, sondern dient als schneller Zubringer von Notärzt:innen zu Einsatzorten im Landkreis und in der Stadt Rostock und operiert von Dummerstorf aus, nahe dem Autobahnkreuz Rostock.

Auch die RTH bringen ihre Patient:innen nicht immer ins Krankenhaus. Das hat laut ADAC-Luftrettung je nach Fall unterschiedliche Gründe. Manchmal ist der Transport nicht notwendig und der Helikopter soll möglichst schnell wieder für absolut notwendige Einsätze zur Verfügung stehen. Es kann aber auch passieren, dass der Transport per RTH bedeuten würde, dass die betroffene Person mehrmals zwischen RTH und einem Rettungstransportwagen (RTW) hin- und hergebettet werden müsste, was möglichst vermieden wird.

Außer weiten Wegen und unwegsamem Gelände an der Küste spielt auch der demografische Wandel bei der Einsatzplanung eine wichtige Rolle. Ärztemangel in dünn besiedelten Gebieten und weite Wege zum nächsten Krankenhaus werden teils durch den Einsatz des Hubschraubers ausgeglichen.

Ambulanzhubschrauber, die nicht für den Intensivpatient:innentransport ausgelegt sind, gibt es in Meck-Vorp nur einen. Dieser wird von der Firma „FJS-Helicopter Lufttransport“ betrieben und operiert seit dem Frühjahr 2021 von Neustadt-Glewe aus. Ob und in welchem Umfang der Helikopter zukünftig auch bei Notfällen eingesetzt wird, ist Gegenstand eines größeren Streits zwischen der Betreiberfirma und den zuständigen Behörden in Ludwigslust-Parchim und Schwerin.

Gibt es irgendwann einen vierten RTH?

Die Karte zeigt eine größere Lücke in Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim. Werden Rettungsflieger in dieser Region benötigt, kommen sie oft aus benachbarten Bundesländern oder brauchen länger als gewünscht. Zu den aktuell drei Rettungshubschraubern wäre eine Ergänzung um einen vierten denkbar, stationiert zum Beispiel in der Landeshauptstadt Schwerin oder an der westmecklenburgischen Küste mit ihren Tourismusregionen.

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