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Musik in MV

Festivals unter Pandemiebedingungen – weitere Veranstaltungen genehmigt

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Erst vor einer Woche wurde das Wacken Open Air in Schle-Holst abgesagt. In Meck-Vorp fielen bereits mehrere Festivals aufgrund des Infektionsgeschehens aus oder wurden verschoben, wie das Airbeat One in Neustadt-Glewe und wie auch 2020 und 2021 das Fusion Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte. Festivalfans können hierzulande dennoch aufatmen. Die ersten Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern wurden genehmigt und es stehen 2021 noch einige Festivals in Meck-Vorp an.

Ersatz gibt es für die Fusionist:innen in kleinerer Form: Das Festival Plan:et C findet mit jeweils maximal 10.000 Besuchern auf dem ehemaligen russischen Militärflugplatz in Lärz an drei Wochenenden statt. Den Auftakt machte am vergangenen Wochenende das Plan:et C alpha. Anders als beim Fusion Festival mit 70.000 Besuchern veröffentlicht der Veranstalter Kulturkosmos e. V. bereits im Vorfeld das Line-up der drei Wochenenden.

Fusion-Ersatz Plan:et C mit erfolgreichem Gesamtkonzept

Plan:et C alpha fand vom 20. bis 22. August in Lärz statt, mit unter anderem Pilocka Krach, Antifuchs, Acid Pauli, Mollono.Bass, Haiyti, Madmotormiquel, Liquid Brain Orchestra und einem bunten Kinoprogramm.

Die Plan:et C beta-Version vom 27. bis 29. August wartet auf mit Acts wie Blond, Eule:nhaupt & Molle:nhauer, Kerala Dust, Kid Simius, Kummer, Los Bitchos, Schlepp Geist und Ätna. Dazu bietet Plan:et C beta eine Auswahl an Kinofilmen, wie den Dokumentarfilm „Wem gehört mein Dorf“ (KATAPULT MV berichtete) und ein kleines Theaterprogramm.

Plan:et C gamma wird voraussichtlich vom 17. bis 19. September stattfinden. Das Programm der Gamma-Minifusion wird in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Tickets für die Plan:et-C-Veranstaltungen beta (27.-29. August) und gamma (17.-19. September) gibt es noch über die Kulturkosmos-Ticketbörse.

Vor Ort in Lärz gibt es das Kuko Lab – ein hauseigenes PCR-Labor, das der Kulturkosmos ursprünglich für das Fusion Festival eingerichtet hat. Seit Mai ist das Kuko Lab in Lärz für alle geöffnet und ist damit eins der größeren Testzentren zwischen Mirow und Malchow. Bei allen Plan:et-C-Veranstaltungen heißt es: kostenlose PCR-Tests für alle. Durch die Anschaffung des mobilen Hochleistungslabors können bei Plan:et C die 10.000 Besucher und 1.300 Crewmitglieder problemlos getestet werden. Ein Sprecher des Festivals unterstrich die Leistung des eigenen PCR-Labors und der Mitarbeiter: „Wir sind sehr glücklich und zufrieden, dass wir das geschafft haben.“ Mit ihrer innovativen Gesamtstrategie wollen die Macher:innen in Lärz ein Umfeld schaffen, das „sicherer ist als jede Alltagssituation“. Ein Großteil der 10.000 Gäste des Plan:et C alpha sei bis Samstagmorgen getestet worden und durfte somit auf das Festivalgelände. Es habe 20 positive Proben gegeben. Davon seien aber nur einige Besucher in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden. Bei anderen habe es sich etwa um Genesene gehandelt. Am Montag sorgte nach Aussage des Sprechers der Bahnstreik noch für etwas Kopfschmerzen. Man habe die Gäste über den Streik und zusätzlich bereitgestellte Busse informiert. Schätzungsweise knapp die Hälfte der Gäste sei am Sonntag bereits abgereist.

Festivalwochenende unter Beobachtung: Pilotprojekt zieht positives Fazit

Nach dem vergangenen Festivalwochenende an der Mecklenburgischen Seenplatte und in Pütnitz (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben die Veranstalter ein positives Fazit gezogen. „Es hat sich gelohnt, die Mühe auf sich zu nehmen“, sagte am Montag eine Sprecherin des Pangea Festivals in Pütnitz. Das Pangea Festival sei deutschlandweit das erste Festival, das als empirisch begleitetes Corona-Pilotprojekt mit 15.000 Besuchern genehmigt wurde. Mit vor Ort waren Expert:innen vom Landesamt für Gesundheit und Soziales MV (Lagus). Sie sammelten Daten und werten sie nun für kommende Veranstaltungen aus. Es soll untersucht werden, wie Großveranstaltungen in Pandemiezeiten mit speziellen Hygienekonzepten durchgeführt werden können.

Meck-Vorps Wirtschafts-, Gesundheits- und Hiphoptanzminister Harry Glawe (CDU) versprach im Vorfeld des Pangea Festivals, er wolle gemeinsam mit Veranstaltern „eine Blaupause für Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen entwickeln“. Er schätze die konsequente und umfangreiche Strategie der Veranstalter. Die Sprecherin des Festivals resümiert, es habe zwar Herausforderungen gegeben, „mit denen wir nicht gerechnet haben“. Aber dies sei das Risiko eines Modellprojekts zu einer für Veranstaltungen schwierigen Zeit. Die Reaktionen des Publikums hätten gezeigt, „dass es echt nötig war, dass das stattgefunden hat“.

Auf dem Festivalgelände in Pütnitz hielten sich nach Aussage der Sprecherin am Montag noch Mitarbeiter zum Abbau auf. Zum Auftakt hatte es Probleme mit der Technik und den Corona-Tests gegeben. Besucher hatten mehrere Stunden auf den Einlass warten müssen. Man habe aber kaum negative Rückmeldungen bekommen. Die Sprecherin betonte die Herausforderung, in kürzerer Zeit als sonst ein so großes Festival zu organisieren.

Rein ins Getümmel durfte nur, wer vor Ort negativ getestet wurde. Wer wider Erwarten coronapositiv war, bekam sein Geld zurück und musste direkt wieder umdrehen. Es sollen 15 Menschen positiv getestet worden sein. Insgesamt waren 15.000 Menschen auf dem Pangea. Eine allgemeine Maskenpflicht bestand auf dem Gelände nur am Einlass, in geschlossenen Räumen und an den Teststationen – sonst durfte laut Veranstalter „eng an eng getanzt werden“.

Weitere Festivals in Meck-Vorp genehmigt

Genehmigt wurde auch das Immergut Festival am kommenden Wochenende in Neustrelitz. Dort werden vom 26. bis 29. August 3.000 Besucher erwartet – coronabedingt 2.000 weniger als in den vergangenen Jahren. Zusätzlich zu Musik von Acts wie Odd Couple, José Gonzales, Kat Frankie, Giant Rooks, Drangsal, Tocotronic, Pabst, Blond, Hundreds und vielen anderen wird es auch Lesungen und Podiumsdiskussionen geben. Katapult MV ist auch vor Ort, beim Panel „Debattenkultur: Wie wir miteinander reden sollten“ am Samstag, dem 28. August von 13.30 bis 14.30 Uhr. Für das Immergut gibt es ebenfalls noch Karten und Tagestickets. Anwohner bekommen zum ermäßigten Preis Nachbarschaftstageskarten.

Außerdem finden 2021 in Meck-Vorp noch diese Festivals statt:

Im August

Im September


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Redakteurin bei KATAPULT MV.

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