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Todesopfer rechter Gewalt

Gedenken an ermordeten Eckhard Rütz

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Es sei wichtig, „kontinuierlich an die Opfer rechter Gewalt zu erinnern“. Vor diesem Hintergrund ruft das Greifswalder Bündnis „Schon vergessen?“ am Samstag zu einer Gedenkveranstaltung auf. Denn morgen vor 23 Jahren – in der Nacht des 25. November 2000 – starb der Greifswalder Eckhard Rütz vor der Mensa am Schießwall. Drei jugendliche Neonazis prügelten ihn mit Baustützpfählen zu Tode. Ihr Motiv: Rütz würde aufgrund seiner Obdachlosigkeit „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche“ liegen. Deshalb hätten sie ihm „eine Lektion erteilen“ wollen, wie einer der Täter gegenüber der Polizei angab.

Während die zuständige Polizeiinspektion das rechte Motiv der drei Täter während der Ermittlungen nicht benannte, äußerte sich der vorsitzende Richter im Jahr 2001 deutlicher: „Niedere Beweggründe“, genauer die „Verachtung für seine Lebensweise als Obdachloser“, hätten die Täter zu ihrer Tat veranlasst. Diese sei „an Brutalität nicht zu überbieten“ gewesen. „Die Angeklagten haben sich damit aus Intoleranz und entsprechend ihrer vom nationalsozialistischen Gedankengut geprägten Gesinnung zum Herr über Leben und Tod aufgespielt.“

Obwohl die Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden und die Tat in der Stadt Entsetzen auslöste, spielte ein Gedenken an den Tod von Rütz lange keine Rolle. Erst 2005 wurde ein Erinnern angestoßen – durch die Gründung des Bündnisses „Schon vergessen?“. Erst 2007 – sieben Jahre nach der Tat – konnte das Bündnis einen durch Spenden finanzierten Gedenkstein einweihen.

Die morgige Gedenkveranstaltung am damaligen Tatort vor der Mensa beginnt um 18 Uhr. Auch die Schwester des Ermordeten wird zu den Gästen zählen.

Mindestens 15 Todesopfer seit 1990

Dass Eckhard Rütz nicht der einzige ist, der in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 aus rechten, rassistischen und sozialdarwinistischen Motiven getötet wurde, darüber klärt ein Projekt der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt Lobbi auf. Die Biografien von 15 Menschen hat das Projekt zusammengetragen, informiert über ihr Leben und die Umstände ihres Todes. Darunter der 2004 in Rostock vom NSU erschossene Mehmet Turgut oder der 1992 in seinem Bett ermordete Dragomir Christinel.

Dass diese 15 Schicksale nur stellvertretend stehen für viele andere, die (mutmaßlich) Opfer rechter Gewalt wurden, daran erinnern auch die von Lobbi zusammengetragenen Verdachtsfälle. Aufgrund fehlender Informationen ist deren abschließende Bewertung nicht möglich, schreibt Lobbi dazu.

Transparenzhinweis: Wir haben die zweite Grafik korrigiert. Richtig ist Norbert Plath.

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Autor:innen

Redakteurin bei KATAPULT MV.

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