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Blutspende

Helfende Arme dringend gesucht

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KATAPULT MV geht Blutspenden. Welch ein guter Vorsatz fürs neue Jahr! Mit einer Spende gleich drei Patient:innen helfen können. Fühlt sich gut an. Tatsächlich sehen das wohl auch einige andere so: Knapp ein Dutzend Leute sitzt im Warteraum in der Greifswalder Universitätsmedizin. Da hier die Spende nur mit Termin möglich ist, geht alles relativ zügig. Von Markeziehen über kurzen Gesundheitscheck und Blutabnahme bis zum kleinen Imbiss nach der Spende dauert es nicht mal eine Stunde. Dazu gibt es zum Abschluss auch noch einen verrückt verdrehten Automaten, der dein Geld nicht einzieht, sondern es dir mit einer entsprechenden Blutspendebestätigung auszahlt: 20 Euro. Aufwandsentschädigung für einen halben Liter Blut.

Beim Rausgehen nochmal ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel der Spender von heute: 14 gegen Mittag. Das Wartezimmer ist jetzt leer. Nach Angaben des Sprechers der Unimedizin, Christian Arns, kämen aber im Laufe des Tages noch einige Termine hinzu. Im Durchschnitt seien es derzeit immer um die 50 Spender:innen pro Tag. Klingt viel, ist aber viel zu wenig!

Sogar die häufig vorkommenden Blutgruppen, wie B, fehlen derzeit. Reserven gibt es kaum noch. Vor allem die Studierenden fehlten gerade deutlich, sagt eine Ärztin in der Voruntersuchung. Die Älteren würden sich häufig nicht mehr trauen, weil sie aufgrund der Corona-Situation verunsichert sind.

3G-Regelung bei Blutspenden

Damit trotzdem noch so viele Leute wie möglich ihr Blut spenden können, gilt bei der Blutspende sogar noch die 3G-Regel. Nicht nur bei der Spendeneinrichtung am Greifswalder Klinikum, auch beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes, der MV-weit unterwegs ist.

Laut DRK-Sprecher Nico Feldmann werden dort landesweit täglich rund 300 Blutspenden abgegeben und anschließend in der Regel an Krankenhäuser verteilt.

Die Unimedizin Greifswald kann sich noch mit dem eigens gesammelten Kontingent über Wasser halten. Laut Christian Arns reicht es trotzdem nicht: OPs müssten ja schon wegen der Pandemie verschoben werden, die fehlenden Blutkonserven verstärkten das Problem noch weiter.

Von anderen Bundesländern musste MV in der letzten Zeit noch keine Blutspenden erbitten, konnte zuletzt dem Krankenhaus in Lübeck aushelfen. Jetzt werde es allerdings für den eigenen Bedarf knapp, auch wenn es zu Beginn der Corona-Pandemie noch kritischer aussah, so Arns. Da durfte so gut wie keiner spenden. Mit strengen Hygieneregeln und einem Onlineterminkonzept erhoffen sich die Mitarbeitenden, dass nun nach und nach wieder mehr Leute regelmäßig spenden.

Spenden auch mit Corona-Impfung

Laut des DRK laufen auch sie seit März allen hinterher, die sich bereit erklären, zu spenden. Viele Nachfragen und Unsicherheiten gäbe es auch hier bezüglich der Corona-Schutzimpfungen: Ja, auch mit einer solchen Impfung könne man spenden, erklärt Nico Feldmann. Vier Wochen Wartezeit nach der letzten Injektion seien nur für die eigene Gesundheit anberaumt. Und nein, Covid-19 werde nicht über das Blut übertragen, betont er noch. Dahingehend bestehe also auch keine Gefahr.

Über Weihnachten hatte sich die Zahl der Spendenden beim DRK wieder etwas stabilisiert. Da würden viele noch mal etwas Gutes tun wollen. Nico Feldmann hofft, dass sich dieser Vorsatz noch ein bisschen weiter ins neue Jahr zieht. Mit mobilen Blutspendeteams ist das DRK nun auch wieder flexibler im Land unterwegs. Termine sind online zu finden und werden wöchentlich aktualisiert.

Die Unimedizin Greifswald setzt auch darauf, dass sich am Wochenende Leute eine knappe Stunde Zeit nehmen: Am ersten Sonnabend im Monat können Freiwillige dort regelmäßig Blut spenden. Da das im neuen Jahr auf den 1. Januar gefallen wäre und da wohl noch keiner so richtig die guten Vorsätze umgesetzt hätte, hat man nun morgen Vormittag für Freiwillige geöffnet. Mit dem freundlichen Aufruf: Komme, wer sich gesund fühlt! Jeder Arm für einen kleinen Pieks zählt. Auch hierbei.

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Autor:innen

Redaktionsleitung bei KATAPULT MV.

Ist in Greifswald geboren, hat in Augsburg studiert und zog für den Lokaljournalismus wieder zurück nach Meck-Vorp.

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