Zwischen mit Plakaten zugepflasterten Straßen und Wahlveranstaltungen hier und da, sollte eine Gruppe und ihre Rechte nicht vergessen werden: geflüchtete Menschen in MV. Die Initiative Pro Bleiberecht in MV veranstaltet deshalb im Zeitraum vom 27. August bis 3. September 2026 eine „Karawane für Solidarität und Bewegungsfreiheit“ (Caravan for Solidarity and freedom of movement in M-V). Die Tour mit Bus und Pkw führt zu Geflüchtetenunterkünften im ganzen Bundesland. Mit der Aktion möchte die Initiative die Isolation von Asylsuchenden durchbrechen. Zudem wollen die Beteiligten ein Zeichen für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung für alle sowie für ein solidarisches Miteinander setzen.
Asylsuchende Menschen im ländlichen Raum sollen erreicht werden
„Die Caravan für Solidarität und Bewegungsfreiheit soll deutlich machen: Gesetzesverschärfungen gegen Migrant:innen und die Schließung der Grenzen sind keine Lösung für die Probleme unserer Zeit“, sagt Juli Anders (Mitorganisierend). Ein gutes Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde sollen laut Anders alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft führen können. Die Initiative möchte mit der Tour insbesondere auch asylsuchende Menschen im ländlichen Raum erreichen. Hierfür planen sie Zwischenstopps unter anderem in Vorpommern, auf der Mecklenburgischen Seenplatte sowie in Nordwestmecklenburg. Ein wichtiger Halt sei auch die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Horst.
Tour knüpft an historisches Vorbild der Protestgeschichte an
Vor Ort in den Unterkünften werden die Bewohner:innen dazu eingeladen, sich der Tour anzuschließen. Dahingehend einladend wirken soll ein buntes Programm sowie kostenlose Mahlzeiten und Schlafplätze sowie ein Zeltlager an zentralen Orten. „So entsteht ein lebendiger Ort der Begegnung, des Austauschs und des solidarischen Miteinanders, aber auch des Protests“, erklärt Muhammad al-Haddad (Mitorganisierend).
Die Karawane von Pro Bleiberecht in MV ist nicht die erste ihrer Art. Ein wichtiges Beispiel und Initialzündung sei nach eigenen Angaben der Flüchtlingsprotestmarsch von Würzburg nach Berlin im Jahr 2012 gewesen. Aber auch in der jüngeren Vergangenheit gibt es laut der Initiative Vorbilder, beispielsweise die Karawane des bundesweiten antirassistischen Netzwerks We’ll come United durch Thüringen und Brandenburg im vergangenen Jahr. Bereits 2020 organisierte die hiesige Initiative zusammen mit dem Verein Women in Exile eine Bustour durch Mecklenburg-Vorpommern mit Zwischenstopps unter anderem in Greifswald, Rostock und Schwerin.1
- Pressemitteilung von Pro Bleiberecht in MV vom 17.8.2026. ↩︎

