Nachdem der rechtsextreme AfD-Politiker Björn Höcke letzten Donnerstag schon in Neubrandenburg vor rund 600 Personen aufgetreten war,1 konnte er in Stralsund am vergangenen Freitag weniger Menschen mobilisieren. Nach Angaben der Polizei bestand die Anhängerschaft vor Ort aus etwa 550 Menschen.
Auch der Gegenprotest, der unter anderem von Omas gegen Rechts Stralsund und dem Verein Rügen für alle organisiert wurde, fiel deutlich größer aus als in Neubrandenburg. Während in der Vier-Tore-Stadt etwa 260 Gegendemonstrierende zusammenkamen, waren es in Stralsund rund 2.000. Gemeinsam sangen sie Widerstandslieder und stellten sich trotz eines starken Gewitters der AfD-Wahlkampfveranstaltung entgegen. Unterstützt wurde der Gegenprotest von der Band Les Bumms Boys und weiteren Kunstschaffenden.

AfD lässt mutmaßlich Applaus und Jubelrufe als Soundeffekte abspielen
Da auf der Seite der AfD weitaus weniger Personen anwesend waren, griff die Partei mutmaßlich zu leicht unterstützenden Soundeffekten mit Applaus und Jubelrufen. Während die Reden von Höcke und den anderen AfD-Politikern über den ganzen Platz gut vernehmbar waren, wurde nur für Personen direkt neben den Lautsprechern klar, dass vermutlich ein künstliches Zuschauerklatschen zusätzlich eingespielt wurde.

Im Publikum der Parteiveranstaltung befanden sich zudem Personen, die der rechtsextremen Identitären Bewegung zuzuordnen sind. Darunter Hannes Krünägel sowie Personen von den Jungen Nationalisten (JN), der Jugendorganisation der neonazistischen Partei Die Heimat (vormals NPD), und aus der Hooliganszene.

- Hirsch, Christopher: Hunderte AfD-Anhänger bei Auftritt von Björn Höcke in Neubrandenburg, auf: ostsee-zeitung.de (4.9.2026). ↩︎

