Die Kachel zeigt Musikspielstätten in MV auf. Grundlage der Daten ist der Musikatlas der PopKW. es zeigt die Anzahl der Musikspielstätten in MV je Organisationsform. Zusehen ist, dass 72 Musikspielstätten von Vereinen betrieben werden, 23 von Kapitalgesellschaften, 21 von Einzelunternehmen, 12 von sonstigen und 4 von Personengesellschaften.
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Musikland MV: Eine Karte zeigt, wo der Sound spielt

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80 Festivals und 132 Musikspielstätten – so viel Musik steckt in Mecklenburg-Vorpommern. Das zeigt der neue PopKW-Atlas. Doch die digitale Karte ist weit mehr als nur ein Guide für die nächsten Partys im Land.

Im PopKW-Atlas wird die Musikszene MVs in bunten Punkten sichtbar: Sechs Farben stehen für sechs Kategorien – von Musikspielstätten und Festivals über Labels und Verlage bis hin zu Fördermitteln, Audiowelt – also Tontechniker oder Tontechnikverleiher – und Kollektiven. Was auf den ersten Blick wie ein übersichtlicher Event-Guide wirkt, war ursprünglich als reine Vernetzungsplattform gedacht – vor allem für Musiker:innen.

Eine Karte für die Szene

Entwickelt wurde die Karte vom PopKW – dem Landesverband für Populärmusik und Kreativwirtschaft. Acht Menschen haben rund eineinhalb Jahre daran gearbeitet. Das Ziel: Orientierung schaffen. „Wir wollten, dass Musiker:innen schnell alle Livespielstätten finden, um dort aufzutreten, oder Technikverleihe entdecken können“, sagt Andreas Stegemann, Geschäftsführer von PopKW. Gleichzeitig soll die Karte auch Veranstalter:innen einen Überblick über Fördermöglichkeiten bieten.1

Das ist PopKW

PopKW – Landesverband für populäre Musik und Kreativwirtschaft MV – will nach eigenen Angaben die Musiklandschaft und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern vernetzen. Der Verband verwaltet unter anderem Gagenfonds aus Mitteln der Kulturförderung des Landes und unterstützt Musiker:innen auf dem Weg zur Professionalisierung. Auch Festivals können beispielsweise Produktionskostenzuschüsse erhalten.2

Schnell wurde jedoch klar: Die Karte kann mehr. Inzwischen gibt es Gespräche mit dem Landestourismusverband, um den Atlas auch touristisch zu nutzen. Wer etwa auf Rügen Urlaub macht, könnte künftig einfach nachschauen, welche Location in der Nähe ist. Das sei oft leichter, als einen nicht immer gut gepflegten Veranstaltungskalender zu durchsuchen. „Und auch die Festivals sind ein Wirtschaftsfaktor“, so Stegemann. Rund 430.000 Besucher:innen pro Jahr zählen die Festivals in MV. Menschen, die hier auch Geld ausgeben. „Wir kämpfen dafür, dass da noch ein klares Bekenntnis zur Unterstützung von den Ministerien kommt.”

Überraschend viele Orte

Die Zahl der Musikorte hat selbst die Macher:innen überrascht: Fast 80 Festivals und über 130 Spielstätten sind verzeichnet – deutlich mehr als erwartet. Dabei geht es nicht nur um große Bühnen. „Uns war wichtig, auch Orte sichtbar zu machen, die vielleicht nur wenige Konzerte im Jahr veranstalten, aber für ihre Region enorm wichtig sind“, erklärt Stegemann. Gerade im ländlichen Raum könnten so bislang wenig bekannte Locations mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Mehr als Musik

Das erste Feedback seit dem Start im März: durchweg positiv. Musiker:innen nutzen die Karte genau so, wie sie gedacht war – als Werkzeug, um Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Auch auf Bundesebene stößt das Projekt auf Interesse, etwa wenn es darum geht, Förderstrukturen sichtbar zu machen.

Der Atlas liefert zudem spannende Einblicke: Mehr als die Hälfte der Musikspielstätten – rund 56 Prozent – liegen im ländlichen Raum. Etwa 54 Prozent werden von Vereinen betrieben. Es seien oft interdisziplinäre Kulturorte, das sei vorher nicht in der Dimension klar gewesen. „Es zeigt, welche Rolle diese Orte vor allem im ländlichen Raum für die Regionen spielen”, findet Stegemann. „Es geht um Begegnung und Austausch, um Orte der Demokratie, die dort gelebt und verhandelt wird.”  Es fänden Workshops statt, offene Angebote für junge Menschen, Diskussionen – kurz: gesellschaftliches Leben. Musik sei oft der Einstieg, das verbindende Element. Oder anders gesagt: Das sind Orte, die mehr können als nur Musik und Bier.

Mitmachen erwünscht

Der Atlas soll kontinuierlich wachsen und aktualisiert werden. Wer selbst Teil der Szene ist, eine Location betreibt oder einen Raum für Musik bietet, kann sich direkt bei PopKW melden. Auch die Kategorien bleiben flexibel – die Karte ist ein lebendiges Projekt.

Und vielleicht wird so aus einer Szene-Karte am Ende genau das, was sie schon jetzt andeutet: Ein ziemlich präzises Bild davon, wie viel kulturelles Leben in Mecklenburg-Vorpommern steckt.

Mehr zu dem Monitoring der PopKW sowie zu Musikspielstätten in der ländlichen Gegend MVs findet ihr in unserer nächsten Printausgabe im Mai.

  1. Telefonat mit Andreas Stegemann am 1.4.2026. ↩︎
  2. PopKW (Hg.): Festivalgagenfonds 2026, auf: www.popkw.de. ↩︎

Autor:innen

  • Tauschte die Berge des Südens gegen das Meer im Nordosten. Wurde im Rostocker Büro liebevoll Katzen-Oma getauft - hat aber keine Katze.

  • Chefredakteur

    Geboren in Vorpommern, aufgewachsen in Mecklenburg. Einziger KATAPULT-Redakteur mit Traktorführerschein UND Fischereierlaubnis.

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