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Tierhaltung

Schwein gehabt?

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Vor Kurzem erschienen die Daten der Landwirtschaftszählung 2020. Im Zehnjahresvergleich wurde betrachtet, wie sich die Haltungsbedingungen für Rinder, Schweine und Legehennen in Meck-Vorp entwickelt haben. Das Statistische Bundesamt kam zu dem Ergebnis: Die Bedingungen für Rinder und Legehennen haben sich verbessert, die für Schweine verschlechtert. Im Vergleich zu 2010 stieg die Zahl der Schweine auf sogenannten Vollspaltenböden bis 2020 um 90.000 an.

Warum sind Vollspaltenböden so umstritten?

In Meck-Vorp werden 74,6 Prozent der Schweine auf Vollspaltenböden gehalten. Diese haben einen einzigen Vorteil: Der Stall muss nicht ausgemistet werden. Kot und Urin können direkt durch die Rillen abfließen. Ansonsten bringt die Haltungsform für Tier und Mensch nur Nachteile. Schweine haben zu wenig Auslauf und keine Suhl- und Scheuermöglichkeiten. Außerdem verletzen sie ihre Klauen an den Spalten im Boden. Schweine benötigen Stroh, um zumindest das Gefühl zu bekommen, „Geil, Stroh! Das hab ich mir selbst gesucht und kann es jetzt fressen!“ Da Letzteres meistens nicht der Fall ist, fangen die Schweine an, sich gegenseitig die Schwänze abzubeißen. Um dem entgegenzuwirken, werden diese häufig abgeschnitten – ohne Betäubung. Das Kupieren von Schwänzen ist seit 1994 nach EU-Richtlinien verboten, wird jedoch in Deutschland größtenteils ignoriert. Stangenbeißen oder Kannibalismus ist außerdem eine häufig auftretende Form des „Zeitvertreibs“. Häufig haben Schweine durch die Haltung auf Vollspaltenböden geschwollene Gelenke. Urin und Kot unter den Böden setzen umweltschädliche Gase frei, die sowohl für die Schweine als auch für den Menschen gefährlich sind.

Alternativen zur Vollspalte

Am besten ist natürlich die Haltung auf einer Wiese. Es gibt aber auch andere Stallhaltungsformen, bei denen Schweine zumindest einen abgetrennten Schlaf- und Stehbereich haben. Trotzdem liegen sie dann eng an eng auf festem Betonboden. Werden diese Böden mit Einstreu aus Stroh, Sägemehl oder Rindenmulch bedeckt bietet das den Tieren zumindest einen etwas angenehmeren Liegeplatz. Außerdem können Schweine auf tiefer Einstreu gehalten werden. Eine dicke Schicht Stroh verhindert zum einen, dass Schweine sich verletzen, und zum anderen wird die Bildung von schädlichen Gasen verhindert. Die Einstreu sollte aber häufig gewechselt werden, was mehr Zeitaufwand bedeutet. In Meck-Vorp nahmen die alternativen Haltungsformen in den letzten 10 Jahren ab.

Übrigens werden in Meck-Vorp kaum noch Schweine geschlachtet. Außerdem wird es keinen neuen Schlachthof-Riesen geben.

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Freie Reporterin in Greifswald.

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