Auf der Kachel stellen wir die Piratenpartei MV vor im Zuge der kommenden Landtagswahl in MV 2026. Ihre Kernthemen sind: Demokratie und Transparenz stärken, Digitalisierung, informationelle Selbstbestimmung, natürliche Ressourcen für alle und keine Überwachung.
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Die Kleinparteien im Check: Piratenpartei

Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Neben SPD, CDU, Linke, Grünen, FDP und AfD treten auch zahlreiche kleinere Parteien an. Insgesamt haben 19 Parteien eine Landesliste eingereicht – darunter 13, die nicht bereits im Landtag oder im Bundestag vertreten sind. Wer steckt hinter diesen Parteien? Welche Themen treiben sie um, wo haben sie bereits politische Erfahrung – und welche Kontroversen gibt es? Wir haben das Wichtigste für euch zusammengetragen. Heute: die Piratenpartei.
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Wer ist eigentlich…. Die Piratenpartei?

Die Piratenpartei wurde 2006 als Ein-Themen-Partei gegründet. Ihr Vorbild war die schwedische „Piratpartiet“. Zu Beginn standen vor allem Fragen der Netzpolitik, insbesondere das Urheberrecht, im Fokus der Partei. Inzwischen haben die Piraten ihr Themengebiet ausgeweitet und widmen sich vor allem Transparenz und Bürgerbeteiligung.1 Im Januar 2008 nahm die Piratenpartei bei der Landtagswahl in Hessen erstmals an einer Wahl teil.2 Der Landesverband MV formierte sich 2009. 

Wichtigste Punkte des Wahlprogramms für MV

Die Piratenpartei fasst ihr Programm für die Landtagswahl unter „Freiheit.Transparenz.Zukunft. Für ein digitales und demokratisches Mecklenburg-Vorpommern” zusammen. 

  • Demokratie und Transparenz stärken (z.B. aktives Wahlrecht für alle Einwohner:innen, Transparenz bei Besetzung von Ämtern, Öffentlichkeit der Mediengremien)
  • Digitalisierung und Datenschutz (z.B. Kommunikationsgeheimnis, keine Videoüberwachung)
  • Soziale Sicherheit und Gesundheit (z.B. Mindestbesetzung in der Pflege, Rekommunalisierung von Krankenhäusern, flexiblere Schulstartzeiten)
  • Umwelt (z.B. freier Zugang zur Natur, bezahlbarer Wohnraum, Küstenschutz)
  • Innere Sicherheit (z.B. bessere Ausstattung für Polizei, Staatliche Neutralität wahren)

Das komplette Wahlprogramm der Piratenpartei für MV findet ihr hier: Wahlprogramm der Piratenpartei Mecklenburg Vorpommern 2026 – Piratenpartei Mecklenburg-Vorpommern 

Wer tritt für die Piratenpartei an? 

Die Piraten treten mit fünf Kandidierenden an. 3

Listenplatz(wählbar mit Zweitstimme)NameBeruf (und WohnortWahlkreis
(zusätzlich wählbar mit Erststimme)
1Dennis KlüverPersonalfachkaufmann (Rehna)
2Jonathan Sören DarmannInformatiker (Rostock)
3Friedrich SmyraPflegehelfer (Stralsund)
4Ronny TriebnerDiplom-Finanzwir (Rostock)
5 Dennis ClasenPflegefachkraft (Rehna)

Wahlerfolge der Piratenpartei

Bei der Landtagswahl in Sachsen im Jahr 2009 erzielten die Piraten mit 1,9 Prozent der Stimmen ihr bis dahin bestes Wahlergebnis. Auf Bundesebene konnten sie im Jahr 2013, trotz minimaler Ressourcen für ihren Offline-Wahlkampf, 2,2 Prozent der Wählenden erreichen.

In MV erreichten die Piraten 2011 1,9 Prozent der Wählenden, bei der vergangenen Wahl 2021 waren es noch 0,6 Prozent. Den Berliner Piraten gelang im Jahr 2011 mit 8,9 Prozent der Stimmen der Durchbruch auf landespolitischer Ebene. 

Aktuell hat die Piratenpartei keinen Sitz im Europäischen Parlament. 

Kontroversen um die Piratenpartei

Seit ihrer Gründung hat die Piratenpartei mit zahlreichen Kontroversen Schlagzeilen gemacht. Einige Mitglieder gehörten früher der NPD an, darunter Matthias Bahner, Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in MV im Jahr 2011. Er war als Jugendlicher Mitglied in der rechtsextremen Partei, aber hatte dies bei den Piraten verschwiegen. Nach Bekanntwerden trat er als Vorstandsmitglied zurück, behielt aber sein Kreistagsmandat. 2012 wurde Bahner als erstes Mitglied aus der Piratenpartei ausgeschlossen. Dieser Fall löste eine Diskussion innerhalb der Piratenpartei über den Umgang mit rechtsextremer Vergangenheit oder Positionen bei gleichzeitiger Meinungsfreiheit aus.4 

Wohl eine der bekanntesten Kontroversen der Partei liegt ebenfalls einige Jahre zurück: Der Rheinland-Pfälzer Bodo Thiesen äußerte sich im Jahr 2008 geschichtsrevisionistisch. Laut Partei gab es im Juni 2008 dafür eine Verwarnung und der Bundesvorstand erklärte, dass sie „faschistische Bestrebungen jeder Art entschieden ablehnen.“5 Es entbrannte eine Debatte und Thiesen distanzierte sich von seinen Äußerungen.6 2012 entschied das Bundesschiedsgericht der Piraten, dass Thiesen in der Partei bleiben dürfe, da seine Aussagen geahndet worden seien.7

In den kommenden Wochen bis zur Landtagswahl stellen wir alle Kleinparteien vor. Bereits erschienen sind:
Tierschutzpartei
Freie Wähler

Mehr dazu – und zu zahlreichen anderen Wahl-Themen – findet ihr hier: Landtagswahl 2026 | KATAPULT MV 

  1.  Neuling, Lucas: Piratenpartei Deutschland, auf: bpb.de (24.8.2026). ↩︎
  2.  Hebenstreit, Jörg: Piratenpartei Deutschland, auf: bpb.de (15.8.2022). ↩︎
  3.  Piratenpartei MV (Hg.): Listenkandidaten zur LTW 2026, auf: piratenpartei-mv.de. ↩︎
  4. Beitzer, Hannah: Piraten werfen früheren NPDler raus, auf: sueddeutsche.de (24.4.2026). ↩︎
  5. Bundesvorstand Piratenpartei (Hg.): Stellungnahme des Bundesvorstandes zu Bodo Thiesen, auf: piratenpartei.berlin.de. ↩︎
  6. Onken, Anke: Brauner Pirat rudert zurück, auf: taz.de (10.7.2009). ↩︎
  7. taz (Hg.): Pirat Thiesen darf in der Partei bleiben, auf: taz.de (18.4.2012). ↩︎

Autor:in

  • Redakteurin in Rostock

    Tauschte die Berge des Südens gegen das Meer im Nordosten. Wurde im Rostocker Büro liebevoll Katzen-Oma getauft - hat aber keine Katze.

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