Elf Rehkitze konnten Pflegekräfte und Patient:innen der Klinik für Forensische Psychiatrie der Unimedizin Rostock zusammen mit der Wildtierhilfe MV vor dem sicheren Tod retten. Die Ricken legen ihre Jungtiere in hohem Gras ab, um sie vor natürlichen Feinden wie Greifvögeln, Füchsen und Wildschweinen zu schützen. Doch dort bedeuten landwirtschaftliche Mäh- und Erntemaschinen für die Kitze den sicheren Tod.
Daher sind Freiwillige in drei Aktionen Wiesen des Betriebs Reetwiesenhof bei Rukieten (Landkreis Rostock) systematisch abgegangen und haben die verletzlichen Jungtiere mit Drohnen und Wärmebildkameras aufgespürt. „Um jedes Kitz haben wir einen Windschutzzaun aufgestellt, damit der Bauer während der Mahd einen Bogen darum fahren kann“, berichtet Pfleger Daniel Schubert. Anschließend wurden die Zäune entfernt und die Ricken konnten wieder zu ihren Jungen.
Doch nicht nur Ricken und Kitze profitieren von den Rettungsaktionen, sondern auch die Patient:innen, die aufgrund von Suchtverhalten oder psychischen Störungen straffällig geworden sind. „Sie haben Verantwortungsbewusstsein gezeigt, was in ihrem Verhalten lange nachhallt“, sagt Pfleger Daniel. Und Klinikdirektorin Birgit Völlm ergänzt: „Unsere Patientinnen und Patienten zeigen Empathie, Engagement und erleben ein Gefühl des Gebrauchtwerdens. Zudem werden durch die Zusammenarbeit gegenseitige Barrieren und Vorurteile abgebaut.“
Auch im kommenden Jahr wollen sich Pflegekräfte und forensische Patient:innen wieder an der Rehkitzrettung beteiligen.
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Quellen
- Pressemitteilung der Universitätsmedizin Rostock vom 14.6.2024.↩