Seit Montag führt die neunte Ausgabe der „Meuterei“ von Anklam über Usedom – inklusive Abstecher nach Polen – bis nach Rothenklempenow. Mit dabei sind Fahrräder, Zelte, Kinder und ein buntes Abendprogramm. Vor allem aber bringt die Gruppe Zeit mit: Zeit für Gespräche, gemeinsames Essen und Einblicke in Projekte, die sich mit den Herausforderungen des ländlichen Raums beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen, denn an jedem Etappenziel trifft die „ Meuterei“ Initiativen, Vereine und Projekte, die zeigen, wie sich ländliche Regionen verändern – oder verändern lassen. Statt Stadtbesichtigungen gibt es Hofführungen, Lagerfeuer, gemeinsames Kochen und lange Gespräche.
Moore, Haff und neue Ideen
Auf dem Programm stehen in diesem Jahr unter anderem die Wiederherstellung von Natur entlang der deutsch-polnischen Grenze, wiedervernässte Moorflächen und ihre Nutzung in der sogenannten Paludikultur sowie verschiedene Initiativen rund um das Stettiner Haff, erklärt Mitorganisator Moritz Weber.
Die Gruppe übernachtet häufig direkt bei den Menschen, die sie besucht. „ Wir fallen teilweise mit buntem Programm ein, dürfen dort übernachten und kommen bei Lagerfeuer und Musik ins Gespräch.” Die Treffen wirkten auf den ersten Blick oft unspektakulär. „Unsere Erfahrung ist aber, dass sie häufig noch lange nachwirken.“

Die erste „Meuterei“ startete 2018. Drei der heutigen Organisatoren arbeiteten damals bei der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung. Sie wollten über die Projekte nicht länger nur in Förderanträgen oder Berichten lesen, sondern die Menschen dahinter persönlich kennenlernen.
Meuterei auf dem Wasser
Aus einer kleinen Fahrradtour mit rund 15 Teilnehmenden entstand ein Format, das inzwischen jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet. Frühere Touren führten durch Sachsen-Anhalt, die Oberlausitz, das Wendland und den Pfälzerwald. Sogar eine Ausgabe auf dem Wasser mit Paddelbooten gab es bereits.
Organisiert wird die Tour bis heute von vier Ehrenamtlichen. Regelmäßig stoßen neue Gesichter zur Gruppe der Teilnehmer:innen dazu, erklärt Lisa Oberschelp, bewusst verzichtet die Gruppe jedoch auf große Werbung.
Für viele ist die „Meuterei“ weit mehr als ein gemeinsamer Fahrradausflug. Die Gespräche unterwegs liefern neue Perspektiven, Inspirationen und Kontakte, die oft noch lange nach der letzten Etappe weiterwirken.

