Suchterkrankungen sind komplex und kein Ausdruck von Charakterschwäche.1 Dabei steht hinter jeder Zahl ein Mensch und damit ein persönliches Schicksal. Mit Blick auf MV und das Thema Alkoholsucht sind die Zahlen besonders erschreckend: Laut einer Erhebung der Krankenkasse Barmer gab es 2023 in MV über 42.000 Betroffene – davon sind fast 33.700 Männer und mehr als 8.800 Frauen.2 In Schwerin sollen die meisten Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit leben. Zudem sei das Risiko, in MV an einer Alkoholsucht zu erkranken, um 56 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.3 Deutschlandweit waren 2024 etwa 2,1 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren von einer Alkoholabhängigkeit betroffen.4
Immer mehr Betroffene suchen Hilfe
Die Suchtproblematik bleibt dabei nicht ohne Folgen. Nach Schätzung von Expert:innen sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 44.000 Menschen an missbräuchlichem Alkoholkonsum.5 Doch eine gute Nachricht gibt es: Laut dem Suchthilfebericht wenden sich Betroffene zunehmend an die landesweiten Sucht- und Drogenberatungsstellen. Zudem suchten 2024 auch rund 923 Angehörige Unterstützung.6
Hinweis: Wenn Sie oder Angehörige Schwierigkeiten mit Alkoholkonsum haben, finden Sie Hilfe bei lokalen Suchtberatungsstellen. Diese sind zum Beispiel auf der Webseite der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV unter lakost-mv.de zu finden.
- AOK Sachsen-Anhalt: Suchterkrankung, auf: deine-gesundheitswelt.de. ↩︎
- DPA (Hg.): Krankenkasse: Über 42.000 Menschen in MV alkoholsüchtig, auf: zeit.de (31.1.2025). ↩︎
- Koslik, Karin: Blau in MV: Der Nordosten bleibt Deutschlands Trinkerhochburg, auf: nordkurier.de (4.12.2025). ↩︎
- Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen (Hg.): Alkoholkonsum in Deutschland, auf: datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de. ↩︎
- zdfheute (Hg.): Jährlich sieben Millionen Klinikbehandlungen wegen Alkohols, auf: zdfheute.de (16.4.2026). ↩︎
- NDR (Hg.): Suchtbericht MV: Alkohol weiterhin häufigstes Problem, auf: ndr.de (18.11.2025). ↩︎

