- Der Nachhaltige: Klimawahlcheck
Der Erststimmen-Check: Das NDR-Wahl-Navi- Ist das überhaupt Ländersache? Wahlhilfe-Online
- Die KI-Analyse: „Wer sagt was“
- Der Partner für Demokratie: Chatti
- Für Jugendliche: Fragenparty
Der Nachhaltige: Klimawahlcheck
Beim Klimawahlcheck ist der Name Programm: Es dreht sich alles um die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Wie funktioniert der Klimawahlcheck?
Er funktioniert wie der klassische Wahl-O-Mat: 17 Thesen können mit „dafür“, „neutral“ oder „dagegen“ bewertet oder übersprungen werden. Am Ende sind doppelte Gewichtungen der einzelnen Thesen möglich. Anschließend wird die Übereinstimmung der eigenen Antworten mit denen der beteiligten Parteien verglichen und in Balkendiagrammen und Prozenten dargestellt.
Durch das Klicken auf eine Partei erhält man eine Detailübersicht, die zeigt, bei welchen Themen die meiste oder die wenigste Übereinstimmung herrscht. Die Antworten der Parteien können zusammen mit einer Begründung zur jeweiligen Antwort eingesehen werden.
Mitgemacht haben 14 Parteien. Zu denjenigen, die nicht geantwortet haben, zählen AfD und BSW.
Wer steckt hinter dem Klimawahlcheck?
Der Klimawahlcheck wurde vom Bündnis Stadt.Land.Klima erstellt. Es handelt sich um ein selbstorganisiertes und ehrenamtliches, bundesweites Bündnis, das sich den kommunalen Klimaschutz auf die Fahne geschrieben hat, mit dem Ziel, Deutschlands Kommunen bis 2035 auf den Weg zur Klimaneutralität zu bringen.1
Was kann der Klimawahlcheck?
Vorteile:
- auf Deutsch, Englisch und Italienisch verfügbar
- Thesen mit kurzen Erklärungen
- mit Begründungen der Parteien
Nachteile:
- nicht alle Parteien haben mitgemacht
- keine weiterführenden Infos oder Links zu den Parteien
Der Erststimmen-Check: Das NDR-Wahl-Navi
Der NDR bietet ein Wahl-Navi, das alle Direktkandidierende vorstellt, die mit der Erststimme wählbar sind. Rund 200 von 313 Kandidierenden haben sich beteiligt und Fragen zu Themen beantwortet, die in den vergangenen fünf Jahren im Landtag diskutiert wurden.2
Wie funktioniert das NDR-Wahl-Navi?
Es werden nach Wahlkreis oder Parteiliste alle Kandidierenden mit Foto (falls vorhanden) angezeigt und jeweils mit einem Kurzsteckbrief vorgestellt. Außerdem positionieren sie sich zu acht verschiedenen Themen auf einer Skala von 1 („stimme gar nicht zu“) bis 6 („stimme voll zu“). Die Fragen reichen von der beitragsfreien Kita bis hin zu Abschiebungen von Menschen ohne Bleiberecht. Wer nicht weiß, in welchem Wahlbezirk er wohnt, kann das übrigens hier herausfinden: In welchem Wahlkreis wohne ich?.
Auch eine Analyse, was die befragten Kandidierenden von einzelnen Parteien im Durchschnitt antworteten, kann eingesehen werden.
Wer steckt hinter dem Wahl-Navi
Hinter dem Wahl-Navi steckt der öffentlich-rechtliche NDR.
Wie gut ist das NDR-Wahl-Navi?
Vorteile:
- schneller Überblick über alle Direktkandidierenden
Nachteile:
- Nutzende müssen wissen, in welchem Wahlkreis sie wohnen
- weiterführende Infos nicht auf den ersten Blick zu finden
- keine Hilfestellung für die Wahl der Partei mit Zweitstimme
Ist das überhaupt Ländersache?: Wahlhilfe-Online
Die Wahlhilfe-Online legt die Wahlprogramme nebeneinander und prüft, ob die jeweiligen Aussagen der Parteien überhaupt in die Zuständigkeit des Landes fallen.
Wie funktioniert Wahlhilfe-Online?
Wahlhilfe-Online vergleicht die Wahlprogramme der Parteien zu zwölf verschiedenen Themen. In jeweils vier kurzen Stichpunkten stellt die Seite Aussagen aus den Wahlprogrammen der jeweiligen Parteien zu Themen wie Bildung, Gesundheit oder Verkehr und Infrastruktur dar. Dazu gibt es jeweils den Hinweis, inwiefern das Land überhaupt zuständig ist, wo der Bund einspringen muss und wie das Land gegebenenfalls Einfluss auf die jeweilige Entscheidung im Bund nehmen kann. Zudem ist neben jeder Partei vermerkt, wie sie bei der Landtagswahl 2021 abgeschnitten hat.
Unten auf der Seite gibt es außerdem einen Überblick, für welche Themen der Landtag zuständig ist und weiterführende Links zur Bundeszentrale für politische Bildung, Kurzprofilen der Parteien und weiteren Informationen.
Wer steckt hinter dem der Wahlhilfe-Online?
Hinter der Seite steckt die Privatperson Johannes Walter. „Ich habe diese Seite erstellt, weil ich es leid bin, überall Meinungen über die Parteien zu hören, ohne das tatsächliche Parteiprogramm rasch prüfen zu können“, sagt er auf der Seite. Er betont, dass er privat, unbezahlt, ohne Auftrag und ohne Partei im Rücken sei. Das Tool hatte der Baden-Württemberger bereits für die Wahl in Sachsen-Anhalt entwickelt.
Wie gut ist die Wahlhilfe-Online?
Vorteile:
- stellt klar, wenn Forderungen der Parteien nur auf Bundesebene umsetzbar sind
- Vergleich zwischen den Parteien möglich
Nachteile:
- nur auf Deutsch
Die KI-Analyse: „Wer sagt was“
Auf der Seite Wer sagt was wurden die Wahlprogramme mithilfe von Künstlicher Intelligenz untersucht.
Wie funktioniert „Wer sagt was“?
Die Seite untersucht einzelne Sachgebiete und ihre jeweiligen Unterthemen. Beispiel: „Rückführung und Bleiberecht“. Wie die Parteien Stellung beziehen, ist auf einer Skala vermerkt: von „Rückführung ohne Ausnahme und mit allen rechtlichen Mitteln“ bis „nur als letztes Mittel, im Zweifel Bleiberecht“. Neben dem Vergleich zwischen allen Parteien können auch einzelne Parteien oder nur die im Landtag vertretenen Parteien ausgewählt werden. Auf der Skala gibt es dazu verschiedene Symbole, etwa wenn die Skalierung nur auf einer einzigen Aussage beruht und nicht mehrere Textstellen als Beleg dienen. Sollte es in den Parteiprogrammen keine Aussage zum jeweiligen Thema geben, ist dies ebenfalls angegeben.
Wer es einfacher haben möchte, kann unter dem Reiter „Fragebogen“ – ähnlich wie beim klassischen Wahl-O-Mat – seine eigene Position zu den Sachgebieten angeben und mit den Positionen der Parteien vergleichen. Mit einem Klick auf die jeweilige Partei wird die genaue Stelle im Parteiprogramm mit Seitenzahl und Direktlink zum Programm angezeigt.
Wer steckt hinter „Wer sagt was“?
Die Seite wurde von der Privatperson Torsten Landmann mit einem KI-Sprachmodell erstellt, das 19 Programme durchforstet, jede Aussage einzeln erfasst und diese zu 182 Streitfragen gruppiert hat. Laut Angaben des Entwicklers wurden alle Zitate gegengecheckt. Das soll „eine möglichst wertungsfreie Aufarbeitung“ leisten, wie Landmann auf der Seite schreibt. Landmann, der in einem IT-Dienstleistungs-Start-Up arbeitet, hat das Projekt in seiner Freizeit entwickelt.3
Wie gut ist „Wer-sagt-was“?
Vorteile:
- direkter Vergleich der Parteiprogramme
- große Themenauswahl zum Vergleichen
- in einfacher Sprache vorhanden
Nachteile:
- unübersichtlich
- zum Teil komplizierte Formulierungen
Der Partner für Demokratie: Chatti
Kein klassisches Wahl-O-Mat-Tool, aber dennoch hilfreich für junge Menschen könnte der Guide zur Landtagswahl der Partnerschaft für Demokratie Greifswald sein. Er bietet einen Überblick zur Landtagswahl – und eine Anleitung für einen KI-Promt.
Wie funktioniert Chatti?
Möglichst einfach wird erklärt, was Demokratie bedeutet, warum man zur Landtagswahl gehen sollte, was das Land entscheiden darf und vieles mehr. Dazu kommen weiterführende Links.
Am Ende der Seite gibt es den Chat-Bot „Chatti“. Es wird ein Prompt angegeben, mit dem eine KI der Wahl nach Wahlprogrammen befragt werden kann. Beispielsweise wird konkret „keine Wahlempfehlung“ verlangt und angegeben, dass mit Belegen gearbeitet werden soll. Im Anschluss stehen die Links zu den Wahlprogrammen, die kopiert und ebenfalls in die gewählte KI eingegeben werden können, damit diese sie nach den jeweiligen Fragen durchsuchen kann.
Wer steckt hinter Chatti?
Chatti ist im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! entstanden und wird von der Partnerschaft für Demokratie Greifswald betrieben. Diese setzt sich aus Teilen der Stadtverwaltung, einer Koordinierungs- und Fachstelle, einem Bündnis verschiedener Organisationen sowie dem Kinder- und Jugendbeirat zusammen.4
Wie gut ist Chatti?
Vorteile:
- bietet einen klugen KI-Prompt zum weiterverwenden
- gute Basic-Informationen zur Wahl
- in leichter Sprache
Nachteile:
- nur auf Deutsch
Weiterlesen: Warum musste „Demokratie leben!“ sterben?
Für Jugendliche: Fragenparty
Die Fragenparty des Landesjugendrings MV stellt Kandidierenden 18 Fragen, die von Jugendlichen selbst kommen und sie interessieren.
Wie funktioniert Fragenparty?
Die Seite listet die Kandidierenden auf, die an der Fragenparty teilgenommen haben. Mit einem Klick auf deren Bild werden die Antworten zu Fragen über Lernbedingungen in Schulen, Rassismus oder Periodenprodukte auf Schultoiletten angezeigt. Dank der Filterfunktion kann zum eigenen Wahlkreis gesprungen, die Kandidierenden von bestimmten Parteien gefiltert oder auch die Kandidierenden sortiert nach Alter angezeigt werden. Einige Kandidierende haben auch ein Video oder eine Sprachnachricht geschickt. Zusätzlich gibt es auf der Seite grundlegende Informationen zur Landtagswahl.
Wer steckt hinter Fragenparty?
Fragenparty ist ein Angebot des Landesjugendrings MV, das gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt wurde. Die Website wurde in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei des Landes MV und einer Kommunikationsagentur entwickelt.
Wie gut ist Fragenparty?
Vorteile:
- Fragen, die Jugendliche betreffen
- einfach zu bedienen und übersichtlich
Nachteile:
- nur grundlegende Informationen
- nur auf Deutsch
Weitere Tools für Erstwählende, Studierende und Arbeitende
Für alle, die zum ersten Mal wählen ist die Seite Mit 16 Wählen: Dort finden sich zusammengefasst alle wichtigen Informationen zur ersten Wahl inklusive weiterführender Links.
Für Studierende sind die Wahlprüfsteine des Studierendenwerks Rostock entwickelt: Hier wurden die Parteien zu Themen, die Studierende betreffen, befragt, wie soziale Teilhabe, BAföG oder der Erhalt von Mensen Die Antworten sind in der Reihenfolge aufgeführt, in der die Parteien geantwortet haben
Wer Interesse an gewerkschaftlichen Themen hat, etwa an einer Tarifwende, einem 8-Stunden-Tag, günstigem Wohnraum für Auszubildende und vielem mehr, könnte auf den Seiten des DGB Nord fündig werden: Die Gewerkschaft hat die Parteien nach ihren Positionen gefragt und diese konnten kurz und bündig mit Zustimmung oder Ablehnung antworten.
Auch vom Deutschen Journalisten Verband MV (djv) gibt es Wahlprüfsteine zur Landtagswahl. Dazu hat der DJV die Parteien nach ihren Meinungen zu Themen rund um die Medienfreiheit befragt.
Transparenzhinweis: Die Bewertung der einzelnen Online-Tools erfolgte von unserer Redaktion und ist ein rein subjektiver Eindruck, der vor allem der Orientierung dienen soll.
Zu Teil 1: Mit Wahl-O-Mat, Kandidierenden-Check, Party-Check, Wahl-Swiper und Wahl-Chat.
Mehr Infos zur Landtagswahl in MV gibt es hier: Landtagswahl 2026 | KATAPULT MV
- stadt.land.klima (Hg.): Unsere Organisation, auf: stadt-land-klima.de. ↩︎
- NDR (Hg.): Das Wahl-Navi MV: So positionieren sich die Kandidierenden, auf: ndr.de (8.9.2026). ↩︎
- PfD (Hg.): Über uns, auf: pdf-greifswald.de. ↩︎

