Wer durch MV reist, bekommt unterwegs die schönsten Ortsbezeichnungen zu lesen: Letschow, Kotelow, Poppelvitz, Zittvitz, Schmachthagen oder Brandshagen. Doch Vorsicht: Wer das -w am Ende eines Namens mitspricht oder das -vitz immer wie fitz ausspricht anstatt witz, enttarnt sich schnell als Touri.
Ortsnamen mit den Endungen -itz und -ow stammen in der Regel von Slawenstämmen, die sich im 6. und 7. Jahrhundert von Osteuropa nach Westen ausbreiteten. Für ihre Siedlungsnamen hängten sie an ein zuschreibendes Wort eine ortsbezeichnende Nachsilbe an. Ein Beispiel: Ribnitz. Ryba – so die ursprüngliche Schreibweise – steht für Fisch. Somit heißt Ribnitz nichts anderes als „Fischort“.
Es gibt aber auch –ow-Orte, deren Ursprung im Germanischen liegt. Der historische Name endete dabei meist auf -au, was für Aue steht, und wurde dann an die regionale Aussprache beziehungsweise Schreibweise angepasst.
Besonders häufig finden sich in MV auch die -hagens. Im Spätmittelalter ernannten Feudalherren bei der Besiedlung neuer Gebiete Bevollmächtigte, die als sogenannte Lokatoren oder Hagenmeister ein zugewiesenes Areal beaufsichtigten. Mit ihnen siedelten sich Bauernfamilien an, die ihre Ortschaften als Schutz und sichtbare Abgrenzung umzäunten. Um die Orte zu unterscheiden, fügte man dem Grundwort oft den Namen des jeweiligen Lokatoren an, wie bei Martens- oder Beiershagen. Oder man orientierte sich an örtlichen Besonderheiten wie bei Langenhagen und Altseehagen.
Die Endung -dorf ist der einfachste Weg, einem Ort einen Namen zu geben. In den meisten Fällen wurde hier aus dem älteren, niederdeutschen -dörp verhochdeutscht. Aus Nyendörp entwickelte sich so zum Beispiel über die Zeit Neuendorf.


