Die Grafik zeigt Mecklenburg-Vorpommerns anhand der existierenden Radwege.
Unabhängiger Journalismus kostet Zeit und Geld. Eure Unterstützung macht ihn aber möglich!
Neues Hilfsmittel

Unterstützung für Kommunen beim Radverkehrskonzept

Wie den Ausbau von Radwegen finanzieren, wenn Mittel und Personal knapp sind? Das fragen sich nicht wenige Kommunen in MV. Eine Förderung kann helfen. Für die Einwerbung braucht es allerdings ein Radverkehrskonzept. Damit das ohne Fachwissen erfolgreich erstellt werden kann, gibt es nun Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir brauchen euch, damit unsere Inhalte kosten- und werbefrei bleiben.

Wie lassen sich Kommunen und Bürger:innen ohne Fachwissen zur erfolgreichen Erstellung eines sogenannten Radverkehrskonzepts befähigen? Vor allem dann, wenn Radwege ausgebaut werden sollen, Mittel und Personal aber nicht ausreichen. Auf diese Frage hat die Arbeitsgemeinschaft für fahrrad- und fußgängerfreundliche Kommunen (AGFK MV) eine mögliche Antwort gefunden. In der AG sind Städte, Gemeinden, Ämter und Landkreise mit dem Ziel eines besseren Rad- und Fußverkehrs zusammengeschlossen.1 In Zusammenarbeit mit sechs Pilotgemeinden und -ämtern hat die AGFK einen Werkzeugkasten nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ entwickelt, wie Referentin Anna Blattner berichtet. Darin enthalten sind neben einer Anleitung zur schrittweisen Erarbeitung des Konzepts auch praktische Hilfestellungen und Methoden wie Checklisten und Erhebungsbögen und eine Konzeptvorlage in Form eines Lückentextes.
Weiterer Teil des Werkzeugkastens ist der KI-Assistent Konrad, der mit dem Chatbot ChatGPT verwendet werden kann. Zur erfolgreichen Einwerbung von Fördermitteln – diese unterstützen die Kommunen bei der Finanzierung – sei es nämlich wichtig, dass das Konzept „eine bestimmte Form“ habe, sagt Blattner. Konrad hilft dabei, das Konzept mit den vorher im Werkzeugkasten abgearbeiteten Schritten „in eine gute Schriftform zu bringen“. Und, ergänzt Blattner: „Man sitzt nicht vor einem weißen Blatt und weiß nicht, wie man anfangen soll.“2

Der Werkzeugkasten samt Konrad ist nicht nur in MV ersehnt. Auch bundesweit interessieren sich Kommunen dafür, weiß die AGFK-Referentin. Dass das Projekt der Arbeitsgemeinschaft beim Deutschen Fahrradpreis in der Kategorie „Service und Kommunikation“ unter die Top 5 gewählt wurde, dürfte die Bekanntheit noch weiter gesteigert haben. Anfang Juni wurde der Preis im Rahmen des Nationalen Radverkehrskongresses in Berlin verliehen.3 Er ging allerdings an ein Projekt aus Bremen.4

zu sehen sind drei gedruckte Ausgaben von KATAPULT MV

Dieser Artikel erschien auch in Ausgabe 43 von KATAPULT MV, die ihr im Abo oder im Shop bekommen könnt!

Dieser Artikel wurde am 26. August 2025 für die Onlineveröffentlichung aktualisiert und ergänzt.

  1. Mitglieder sind beispielsweise die Landkreise Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Rügen, die Ämter Landhagen und Treptower Tollensewinkel oder die Gemeinden Wittenbeck und Schwanenheide. (agfk-mv.de) ↩︎
  2. Telefonat mit Anna Blattner am 3.4.2025. ↩︎
  3. Bundesministerium für Digitales und Verkehr (Hg.): Zukunftsstrategien im Fokus: 9. Nationaler Radverkehrskongress, auf: nationaler-radverkehrskongress.de. ↩︎
  4. Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (Hg.): Preisträger 2025, auf: der-deutsche-fahrradpreis.de. ↩︎

Autor:in

  • Redakteurin und Betriebsrätin in Greifswald

    Geboren in Berlin, aufgewachsen in Berlin und Brandenburg. Tauschte zum Studieren freiwillig Metropole gegen Metropölchen.

Gute Arbeit?

Jeder Euro hilft, neue Recherchen zu realisieren!

Ein KATAPULT-MV-Abo beinhaltet:

Mit deinem Abo erhältst du KATAPULT MV und unabhängigen Lokaljournalismus am Leben!

KATAPULT-Newsletter