Ostsee-Zeitung AfD Werbung
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Ostsee-Zeitung schaltete AfD-Werbung

Während Medien wie Springer oder Tagesspiegel AfD-Werbung ablehnten, verkaufte die Ostsee-Zeitung laut AfD-Leak eine Anzeige an die Rechtsextremen.
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Andere Medien lehnten ab. Welt, Bild, Tagesspiegel – sie wollten der AfD keinen Anzeigenplatz anbieten. Die Ostsee-Zeitung behandelte die rechtextreme Partei jedoch wie einen ganz normalen Kunden. Im September 2020 verkaufte die Zeitung eine politische Werbeanzeige der AfD Mecklenburg-Vorpommern für 519,60 Euro.

Am 22. September 2020 wandte sich die AfD an die Ostsee-Zeitung (OZ). Die rechtsextreme Partei wollte eine Kundgebung zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober auf dem Neuen Markt in Rostock bewerben.

Die OZ unterbreitete verschiedene Angebote und die AfD entschied sich für eine farbige Anzeige zum Preis von 519,60 Euro. Am 24. September bestätigte eine OZ-Mitarbeiterin:

„Die Anzeige ist so genehmigt und erscheint am 26.09.2020 in der OZ.“

Das geht aus den Daten des AfD-Leaks hervor, die im Oktober 2026 veröffentlicht wurden. Ob die OZ weitere Geschäftsbeziehungen zur rechtsextremen Partei pflegt, ist unklar. Eine Presseanfrage von KATAPULT blieb bislang unbeantwortet.

Bereits 2017 hatte die Annahme von AfD-Werbung innerhalb der MADSACK-Mediengruppe, zu der die Ostsee-Zeitung gehört, für Streit gesorgt.

Wie das Nachrichtenportal turi21 berichtete, kritisierte die SPD-nahe Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), damals mit gut 23 Prozent an MADSACK beteiligt, die Verteilung von AfD-Werbeprospekten durch die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Neue Presse.

Selbst Axel Springer verzichtete auf AfD-Werbung


Eine andere Haltung vertrat der Axel-Springer-Verlag, zu dem Bild und Welt gehören. Springer lehnte damals grundsätzlich Wahlwerbung sowohl der AfD als auch der Linken ab.2

Auch der damalige Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt schrieb auf der Plattform X: Beim Tagesspiegel machen wir keine Geschäfte mit einer Journalismus-feindlichen Partei wie der AfD. Hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.“3

Die Funke-Mediengruppe wehrte sich bereits früh gegen Werbung der AfD. Wie der KNA-Mediendienst im April 2024 unter Berufung auf eine Unternehmensauskunft berichtete, veröffentlicht Funke bereits seit 2019 keine Anzeigen der AfD mehr. Schon 2015 hatten zwei Funke-Zeitungen in Thüringen entsprechende Anzeigenanfragen abgelehnt.4

  1. turi2 (Hrsg.): Madsack legt Zeitungen mehrseitige AfD-Beilage bei, auf: turi2.de (14.9.2017). ↩︎
  2. Grimberg, Steffen: Ärger mit Parteiwerbung, auf: taz.de (28.01.2022) ↩︎
  3. Von Eisenhart Rothe, Yannick: Die Linke darf bei Axel Springer trinken, aber nicht werben, auf: Übermedien (23.07.2017) ↩︎
  4. newsroom.de (Hrsg.): Wie Springer, Spiegel, FAZ, Funke, Burda & ARD mit der AfD umgehen, auf newsroom.de (05.04.2024) ↩︎

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