Zum Inhalt springen

Rostock

Neue Spitze im rosa Rathaus

Von

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Bild von Eva-Maria Kröger (Die Linke) an der Spitze des rosa Rathauses. Überschrift: Amtsantritt von Oberbürgermeisterin.

Artikel teilen

Gut zwei Monate nach ihrem Wahlsieg in der Stichwahl hat die neue Chefin in der Hansestadt ihren Dienst angetreten. „Sie geht in die Vollen“, lässt Stadtsprecher Ulrich Kunze ausrichten. Zehn Termine hätte sie an ihrem ersten Tag als erste gewählte Oberbürgermeisterin von Rostock wahrgenommen. Als erste Amtshandlung besuchte  sie den Verein Wohltat, um in Dierkow Schulfrühstück für Kinder zuzubereiten.

Und mit vollem Terminplan geht es für die Rathauschefin weiter: Am Donnerstag ist sie mit der Integrationsbeauftragten Jana Michael und dem Migrantenratsvorsitzenden Seyhmus Atay-Lichtermann bei einer Einbürgerungsfeier in der Stadthalle, am Freitag werden ihr von Verdi 4.000 Unterschriften übergeben. Die Gewerkschaft fordert 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr für den öffentlichen Dienst. Dafür ruft sie im Tarifstreit Betriebe und Dienststellen von Bund, Kommunen und insbesondere der Stadt Rostock zu einer Demo vor dem rosa Rathaus auf.

Ihren Amtseid legte die 40-Jährige bereits am 18. Januar in der Bürgerschaft ab. Dort hatte sie der Bürgerschaft ausdrücklich eine gute Zusammenarbeit angeboten: Man werde zwar streiten, solle aber dennoch konstruktiv und kritisch miteinander umgehen.

Seit 2009 war Kröger Mitglied der Rostocker Bürgerschaft, außerdem Fraktionsvorsitzende der Linken und seit 2016 Abgeordnete im Landtag. Ihre Nachfolge als Fraktionsvorsitzende übernahm Christian Albrecht, in der Landtagsfraktion sitzt für sie nun Dirk Bruhn als sogenannter Listennachfolger.

Kröger wird sieben Jahre die Geschicke der Verwaltung der Hansestadt leiten, wenn sie die Amtszeit – anders als ihr Vorgänger – durchhält. Claus Ruhe Madsen trat nach weniger als drei Jahren im Amt zurück, um Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein zu werden.

Obwohl sie KATAPULT MV kurz der Stichwahl am 27. November in unseren 14 fiesen Fragen versicherte, für unsere Fragen erreichbar zu sein, hat sie unsere elf fiesen Fragen zum Amtsantritt leider nicht beantwortet.

Mehr zur OB-Wahl in Rostock gibts auf unserer Themenseite.

MV braucht mehr als nur eine Zeitung pro Region. Holt euch ein KATAPULT-MV-Abo!

Fußnoten

  1. Pressemitteilung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock vom 1.2.2023.
  2. Pressemitteilung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock vom 1.2.2023.
  3. DPA (Hg.): Rostocks neue Chefin greift zum Arbeitsstart zum Sparschäler (1.2.2023).

Autor:innen

Geboren in Rostock.
Aufgewachsen in Rostock.
Studierte in Rostock. Und Kiel.

Neueste Artikel

18.04.2024

Mission Dokumentation

Der Fotograf Martin Maleschka zieht seit zwanzig Jahren durch die ostdeutschen Bundesländer auf der Suche nach Baukunstwerken aus der DDR-Zeit. Er dokumentiert mit seiner Kamera, was noch erhalten wird, macht Fotos, wo einst Kunst war und heute nichts mehr geblieben ist. Auf einer gemeinsamen Spurensuche in Grimmen wird deutlich, was Maleschka antreibt – das kontinuierliche Verschwinden eines Teils seiner Heimat.

17.04.2024

Demokratie beschützen heißt Kultur beschützen

MVs Kulturlandschaft steht einer unmittelbaren Bedrohung gegenüber, wenn antidemokratische Positionen in der Kommunalwahl an Einfluss gewinnen. In Greifswald wurde erst kürzlich gegen mehrere Kultureinrichtungen von antidemokratischen Gruppierungen gehetzt. Diese seien „versiffte Buden“, „Brutstätten linker Subkulturen“ oder „kommunistische Kaderschmieden“. Warum schweigen so viele Kunst- und Kulturschaffende im Land?

17.04.2024

„Einen Blindflug können wir uns nicht leisten“

Elisabeth Mann Borgese und Maria S. Merian sind von Rostock aus auf den Weltmeeren unterwegs. Dabei sind nicht die Wissenschaftlerinnen persönlich auf hoher See, sondern zwei Forschungsschiffe, die nach ihnen benannt sind. Außerdem schippert die „Deneb“ von der Hansestadt aus über die Ostsee. Mecklenburg-Vorpommern ist mit Forschungsschiffen vielfältig aufgestellt. Forschende aus ganz Deutschland unternehmen auf ihnen Fahrten in die entlegensten Winkel der Ozeane. Die Planung der Missionen dauert oft mehrere Jahre.